Weisheiten zur Nachtruhe [Masamune, Kistune (SL)]

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Re: Weisheiten zur Nachtruhe [Masamune, Kistune (SL)]

Beitrag von Mystiker »

Ein leises, hohles, Lachen erklang von dem anderen Samurai. "Dein Licht ist stark, das kann ich sehen." Sein Blick glitt zu Kitsune hinüber. Langsam begann der Samurai Masamune zu umrunden. Knapp außerhalb der Reichweite der Schlagreichweite seines Katanas. Die Spitze des Schwertes kratzte dabei über den Holzboden und hinterließ einen ziemlich deutlichen Schnitt im Holz. Scheinbar mühelos. "Fragst du dich nicht was dich hier erwartet? Ist es der Tod den du suchst?" So einfach?"

Wieder ein herablassendes Lachen.

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Masamune
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Re: Weisheiten zur Nachtruhe [Masamune, Kistune (SL)]

Beitrag von Masamune »

Der Samurai lächelte. Verachtend. Aber es galt nicht dem Gegenüber, sondern er lachte den Tod an.

"Ich suche ihn nicht. Und ich will nicht sterben."

Er schob seine Füße über den Holzboden. Die Fußstellung war dabei vom Hakama verdeckt. Mit jedem Schritt verlagerte er sein eigenes Gewicht, sodass er in jedem Moment bereit war zu aggieren.

"Aber ich fürchte den Tod auch nicht."

Sein Blick blieb auf den Schwarzen gerichtet, während er versuchte immer weiter zwischen Kitsune und ihm zu bleiben.

"Aber es ist egal, was ich suche. Du bist wegen ihr hier? Wenn du sie willst, musst du an mir vorbei. Ich werde nicht zulassen, dass du sie bekommst. Ich werde... sie schützen, so wie sie mich beschützt."
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Re: Weisheiten zur Nachtruhe [Masamune, Kistune (SL)]

Beitrag von Mystiker »

"Ja natürlich fürchtest du den Tod genau so wenig wie ich." das Schmunzeln des schwarzen Samurais war hörbar, während er den Kreis um Masamune vollendete. Auch Kistune hatte sich bewegt, um Masamune immer zwischen sich und dem Samurai zu halten. "Aber trotzdem missinterpretierst du die Situation. Sie gehört uns doch bereits." Die rot glimmenden Augen wandten sich wieder Kistune zu, während aus dem, ins Holz geritztem Kreis dunkler Nebel aufstieg, der sich langsam auf Masamune zubewegte.

"Und du wirst mir auch bald gehören."

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Masamune
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Re: Weisheiten zur Nachtruhe [Masamune, Kistune (SL)]

Beitrag von Masamune »

"Komisch... alles, was du sagst... war falsch."

Masamune vollzog eine kleine Kata, statt weiter zu antworten. Er hatte keine Zeit für so einen Unsinn. Wobei das Gesagte am Ende ein Gespräch mit Kitsune wert war. Jetzt galt es ersteinmal diesem Nebel und dem Samurai zu entkommen. Und vielleicht hatte sein Gegenüber ihm die Lösung schon gesagt: Dein Licht ist stark.

Masamune bündelte seine Magie in der Kata. Er war mit Energiemagie erwacht. Und diese nutzte er nun, um das Licht im Raum zu verstärken. * Hinter ihm und Kitsune wurde das Licht heller und strahlte in die Richtung des Nebels und des Samurai. Masamune zog das Licht immer weiter zusammen.

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Mystiker
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Re: Weisheiten zur Nachtruhe [Masamune, Kistune (SL)]

Beitrag von Mystiker »

Das Licht wurde intensiver und heller, je weiter Masamune es um sich und Kitsune konzentrierte. Das schien den anderen Samurai allerdings überhaupt nicht zu beeindrucken. im Gegenteil. Er legte den Kopf schief und schien sich Masamunes Bemühungen anzusehen. Währenddessen war auch der Nebel um Masamunes Füßen von dem Licht erstaunlich unbeeindruckt. Die Schwaden waberten nun nicht nur über den Boden, sondern auch hoch. Wie an einem unsichtbaren Trichter, um Masamune herum, der scheinbar von dem Kreis den der schwarze Samurai in den Holzboden geritzt hatte, begrenzt wurde.

"Ohne Schatten gibt es kein Licht." erklang wieder die Stimme des Samurais, der durch die Schatten trotzdem sichtbar blieb und den das Licht auch nicht auslöschen konnte. Er begann, je stärker das Licht wurde, mehr Konturen zu entwickeln. Ein Gesicht formte sich. Masamune blickte in seine eigenen Augen.

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Masamune
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Re: Weisheiten zur Nachtruhe [Masamune, Kistune (SL)]

Beitrag von Masamune »

"Und ohne Licht gibt es keinen Schatten."

Er hielt seine Magie aufrecht, obwohl sie keine Auswirkungen zu haben schien - was nicht dazu beitrug, dass der echte Samurai ruhiger wurde. Das Licht war wie eine Hülle für ihn. Es musste am Ende keinen Effekt auf den Dunklen haben, solange es etwas in ihm selber bewirkte.

"Du... ... bist ich...", stellte er nüchtern fest, als er in sein eigenes Gesicht aus Dunkelheit blickte. Die Erkenntnis traf Masamune, wie ein Schlag. "Du bist das Sinnbild meiner eigenen Dunkelheit."

Er blickte zu Kitsune. Ganz kurz.

"... du bist ein Teil von mir... wie sie ein Teil von mir ist."

Der Samurai atmete tief durch und ließ den Zauber fallen. Er löste die Kampfhaltung und öffnete die Arme.

"Du wirst mich nicht kontrollieren... so wenig, wie ich dich bekämpfen kann. Daher empfange ich dich... und akzeptiere mein Sein... aus Licht UND Dunkelheit. Ying und Yang."
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Re: Weisheiten zur Nachtruhe [Masamune, Kistune (SL)]

Beitrag von Mystiker »

Der Schwarze Masamune, trat einen Schritt zurück. Er nickte. "Du beginnst zu verstehen. Dann blickte er zu Kitsune hinüber, nickte auch ihr zu, bevor er mit unglaublicher Geschwindigkeit das Katana in Masamunes Brust rammte. Dabei spürte der Japaner allerdings keinen Schmerz, sondern nur Traurigkeit.

Während der dunkle Masamune einen weiteren Schritt tat, mischten sich Angst und Wut dazu. Noch ein Schritt. Nun sich beinahe berührend, kam Hass dazu. Dann der letzte Schritt und die Verschmelzung lies all diese Gefühle sich vermischen und sich normal anfühlen. Langsam ebbte all das ab und der Raum um ihn herum versank langsam im Dunkeln, während sein Licht erlosch.

Diese Dunkelheit fühlte sich allerdings nicht erdrückend an, eher unendlich und gleichzeitig wie ein Schutzraum. Kitsune trat in sein Blickfeld. Mit erhobenen Kopf und einem Lächeln auf dem Fuchsgesicht. Das weiße Kleid hatte nun ein schwarzes Muster, dass wirkte wie mit einem Kaligrafiepinsel gezogen. Es schien nichts bestimmtes zu zeigen, lenkte Masamune aber kurz davon ab, dass sich nun drei Schwänze hinter Kitsune bewegten, nicht nur zwei wie bisher.

Es fühlte sich in diesem Moment an, als würde sich sein Geist befreien. Als hätte er ein Portal geöffnet, von dem er bisher nicht einmal gewusst hatte, dass es da war. Es war nicht Macht die ihn durchströmte, keine ungekannte Kraft, es war Erkenntnis die ihn durchflutete, die mit sich trug, hinauf. Sein Körper nahm wieder Gewicht an. Er saß immer noch im Schneidersitz in seiner Wohnung. Um ihn herum lag das Zimmer in diffusen halbdunkel, während draußen sich der Himmel langsam grau färbte und den Sonnenaufgang ankündigte.

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Masamune
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Re: Weisheiten zur Nachtruhe [Masamune, Kistune (SL)]

Beitrag von Masamune »

Er kam gar nicht dazu die Hände wieder vor sich zu bringen oder dem Angriff auszuweichen. Sei Atem stockte, als das Schwert ihn durchbohrte. Ungläubig schaute er zu der Klinge und schloss seine Finger um den Griff zwischen den Händen des Schwarzen.

Tränen flossen über seine Wange. Ungezügelte Trauer. So viele Verluste. Sein Vater. Die Sicherheit innerhalb der Familie. Der Verlust der Heimat. Alles schlug in diesem Moment auf ihn ein.

Ein weiterer tiefer Atemzug, während er auf ein Knie sank. Angst vor seinem Bruder und seine Tante. Angst, um seine Mutter und ihre Krankheit. Die Wut auf diejenigen, die die Augen geschlossen haben. Und schließlich: Angst vor dem Tod. Es war einfach zu sagen, dass man ihn akzeptierte, aber jetzt in diesem Moment, war die Angst präsenter als die Verleumdung der Angst.

Dann kristallisierte sich der Hass. Er hasste seinen Bruder, seine Tante, seine Mutter, seinen eigenen Vater. Er hasste sie, obwohl er es nicht wollte. In diesem Moment empfand er sogar Hass auf Kitsune, weil sie sein Leben so sehr verändert hatte. Und... auf sich selbst. Aber dieser Hass - war nicht negativ. Er sorgte für Klarheit. Alle Emotionen sorgten für Klarheit. Für Verständnis. So fühlte sich also Sterben an.

Er merkte, wie sein Atem vollkommen aussetzte und die Dunkelheit ihn umfasste. Das war das Ende.

Und dann, war sie da. Sie war es, die ihn auffing. Er konnte sie sehen, bemerkte die Veränderungen zunächst gar nicht. Als dieses Tor der Erkenntnis sich öffnete, zog Masamune einen tiefen Atemzug in sich hinein. Seine Augen weiteten sich und für einen Moment hatte er das Gefühl in das Universum hinein zu blicken. Doch nur kurz, denn im nächsten Augenblick saß er wieder dort, wo es begangen hatte.

Tränen lagen auf seiner Wange - die Emotionen hatten seinen Körper wohl über die Reise hinweg erreich. Seine Hand fasste sich zur Brust. Erleichtert atmete Masamune aus. Doch etwas blieb von diesem Weg. Er fühlte sich... erleuchtet. Wenngleich ihm bewusst war, dass dies nur ein weiterer kleiner Schritt gewesen war, blieb die Erkenntnis. Er verstand Dinge, die ihm zuvor verschlossen gewesen waren.

"Das... ... was... ich..." begann er zu stottern. "... mir fehlen die Worte für das, was da gerade passiert ist. Aber... ich danke dir dafür."
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