Die Antwort von Diamond schien einige Punkte zu bestätigen, die Masamune schon vermutet hatte und zugleich überraschte sie den Japaner. Er runzelte leicht die Stirn, nickt dann aber dem Mann neben sich abschließend zu, um sich mit der Masse in den Halbkreis zu bewegen. Dort positionierte er sich nicht bei Meron, sondern in der Nähe von Magnus - wenn auch nicht gleich hinter ihm. Er wollte den Mann die ganze Zeit im Auge behalten und im Zweifelsfall eingreifen können.
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Liam zuckte unwillkürlich leicht zusammen als der Blick des Ältesten ihn traf. Er hatte zwar damit gerechnet, dass er heute Abend auf die eine oder andere Weise über das berichten würde was er mit Masamune zusammen erlebt hatte, doch die Kulisse und die allumfassende Aufmerksamkeit aller im Raum schüchterten ihn ehrlicherweise mindestens so sehr ein wie die Aura die von den drei Garou ausging.
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Der Aufruf traf Masamune unvorbereitet. Er war zu sehr fokussiert auf den fremden Mann, dass ihn die ‘Bitte’ des Ältesten der Garou komplett aus dem Konzept riss. Natürlich war er darauf vorbereitet gewesen, wie Liam auch, hier berichten zu müssen. Aber, dass die ganze Aufklärung den Beiden überlassen wurde, war ihm nicht in den Sinn gekommen. Und so raffte sich der Japaner, zog seine Kleidung zurecht, suchte den Blick von Liam und schritt vor ins Zentrum des Kreises.
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Trotzdem zwang er sich gemeinsam mit Masamune vorzutreten. Immerhin musste er das nicht allein durchstehen.
"ʔu siʔab", begann er und hob dabei die Hände mit den geöffneten Handflächen. Ein respektvoller Gruß gegenüber einem Älteren in der Sprache seines Stammes.
„Ich bin Liam Carpenter. Ich habe mich bisher noch keiner Tradition angeschlossen.“
Dass er sich vorstellte galt vornehmlich den versammelten Magiern im Raum. Er ging davon aus, dass die drei Ältesten sehr genau wussten wer er war. Die Auswahl an Stammesmitgliedern unter den Magi war begrenzt. Auf genau… eins.
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Vielleicht hätte er sich vorher mit Liam absprechen sollen, welche Riten bei seinem Volk galten. Nun jedoch war es zu spät. Er tat seinem Freund die Bewegung der Hände gleich und verband dies mit einer Verbeugung aus seiner eigenen Tradition. Tief und zugleich aufrecht, wie sie den Ältesten gelten sollte - denjenigen, denen Respekt gebührte.
“Vielen Dank für die Gelegenheit hier zu sprechen. Mein Name ist Kiyoshi Masamune. Ich bin Schüler von Meron von der Bruderschaft Akashas. Und ich war Zeuge jenes Duells, bei dem John ehrenhaft kämpfte und dann hinterrücks ermordet wurde. Ich bedauere Euren Verlust und versichere euch, dass hier nur die Wahrheit gesprochen wird.”
Doch dann überließ er Liam das Wort. Es war sein Volk. Daher war es angebracht ihn sprechen zu lassen. Er selbst hielt sich zunächst zurück und bekräftigte die Erzählung mit zustimmenden Gesten.
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„Masamune und ich bemühen uns schon seit einer ganzen Weile darum Johns Ermordung auf den Grund zu gehen. Leider konnten wir wenig Erfolg verzeichnen, bis uns ein anonymer Hinweis zur Space Needle geführt hat. Dort konnten wir unbemerkt einem Gespräch beiwohnen. Johns Mörder traf dort seine Auftraggeberin. Eine Frau, die in eine Schattengestalt gehüllt auftrat und deren Stimme weder Masamune noch ich erkannt haben. Soweit wir sagen können, handelte es sich nicht um die Frau, die John während des Certamen bekämpft hat. Aus ihren Worten ging hervor, dass John…“
Er stockte kurz. Musste sich räuspern um den Knoten der Wut herunterzuwürgen der sich in seiner Kehle bildete.
„… John sterben musste, um Unfrieden und Chaos zu stiften und die Magiergemeinschaft zu entzweien. Weiterhin gab sie ihm Anweisung hier und heute einen zweiten Mord zu begehen. Das Ziel sollen sie sein, Mister Rudolpho, oder jemand aus ihrer Tradition.“
Sein Blick verhielt einen Moment auf dem Hermetiker.
„Leider wurden wir nach dem Gespräch entdeckt und wir konnten den Mann nicht überwältigen. Er ließ uns bewusstlos im Fahrstuhl der Space Needle zurück. Er sah aus wie Mister Magnus.“
Er formulierte seinen letzten Satz ganz bewusst, wie er ihn formulierte. Weil er nicht einen Funken von Erkennen in Magnus Gesicht hatte lesen können. Weder seine noch Masamunes Anwesenheit hatte ihm irgendeine Reaktion entlockt. Und das weckte einen Hauch von Zweifel daran, dass die Dinge waren, was er sie zu sein glaubte. Nach allem was er im Casino gesehen hatte, hielt er es nicht für unmöglich, dass der Mörder Magnus sein Gesicht gestohlen hatte und der Mann wirklich so ahnungslos war wie er erschien.
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Masamune hatte die ganze Zeit über immer wieder in das verwirrte Gesicht von Magnus geschaut. Dieser hatte nicht auf die Anderen geachtet, als er reinkam und vielleicht deshalb die Anwesenheit von Liam und Masamune nicht bemerkt gehabt. Nun war es jedoch an Masamune noch etwas aus seiner eigenen Erinnerung zu ergänzen. Im Gegensatz zu Liam war er bei der Beschuldigung offensiver.
“Bevor wir ausgeschaltet wurden, gelang es mir, einen kräftigen Schlag gegen Magnus zu setzen, der mit Sicherheit seine Konzentration gebrochen hätte. Ein Zauber, der seine Gestalt änderte, erscheint mir daher unwahrscheinlich, wenngleich nicht unmöglich. Und auch der Fokus, den er nutze, um seinen Zauber zu wirken, passt zu der Vergangenheit von Magnus: Das Gerät eines Ätheriten, der heute keiner mehr ist."
Der Blick des Japaners forderte Magnus heraus. Dann machte er eine kurze Pause und zögerte. Masamune schloss die Augen und atmete kurz durch. Schließlich offenbarte er das letzte Detail besagten Abends.
“Die Schattengestalt strahlte Macht aus. Und Magnus war an jenem Abend sehr unterwürfig. Er bezeichnete sie mehrfach als Herrin. Und sowohl der Mord an John, als auch der heute geplante Mord, wirkten auf mich, wie ein… Test. Sie waren Aufgaben, um ihr Schüler zu werden. Der Schüler einer … wenn mir die Vermutung gestattet ist… Nephandi."
Dunkles Konzil [Alle, SL]
- Liam Carpenter
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Re: Dunkles Konzil [Alle, SL]
Auf die Endung von Masamunes Worten kehrte für einen Moment Stille ein, während dieses Moments blickte Jaress zu Salish, welche nur nickte und wohl die unausgesprochene Frage des Ältesten damit zufriedenstellend beantwortete, denn der Blick des Mannes wandte sich nun fragend wieder in die Runde der Magier.
Die Reaktionen der einzelnen Magier fiel dabei doch unterschiedlich aus. Während Diamond das Wort Nephandi wohl erst einmal mit einem stoischen Ausdruck zur Kenntnis nahm, machte Ruby einen anderen Eindruck. Ihr Blick ging Ruckartig zu Diamond, der fast unmerklich nickte, bevor die Rothaarige mit langen Schritten aus der Halle eilte. Emerald schien sich nur versteift zu haben, blieb aber neben Diamon stehen. Den Blick auf Magnus und Rudolfo gerichtet.
Rorrim bewegte sich kein Stück, allerdings leuchteten seine goldenen Augen leicht heller auf, während die Worte gesprochen wurden. Elena war dabei kalt wie eh und je. Sie verschränkte lediglich die Arme vor dem Körper und legte ihre Aufmerksamkeit auf Rudolfo und Magnus. Merons Aufmerksamkeit schien währenddessen eher auf ihr selbst zu liegen. Sie hatte die Augen halb geschlossen und nur wer sehr nach bei ihr stand konnte hören, dass ihre Lippen leise Worte in einer alten Sprache flüsterten.
Auch die Aufmerksamkeit der Ekstatiker wandte sich den Hermetikern zu. Aber wirkliches Schockpotential schien die Erwähnung eines Nephandus nicht hervorzurufen. Der Dunkelhäutige Mann in Schwarz bekreuzigte sich allerdings schnell und schien ein lautloses Gebet zu sprechen. Niemand bewegte sich. Fast als wären alle vor Ehrfurcht, oder Langeweile, erstarrt.
Codys Haltung versteifte sich und sein Mund presste sich zusammen. Irgendwie ließ das den sonst solche Ruhe ausstrahlenden Mann nur noch größer wirken. Diese alarmierte Haltung schien sich auch auf seine Wirkung nach außen zu übertragen. Währenddessen hatte sich Anastasia für alles was hier geschah nicht zu interessieren. Sie hatte eine Nagelpfeile hervor geholt und schien sich eher auf ihre Nägel zu konzentrieren.
Währenddessen war Verenas Aufmerksamkeit vollkommen auf Rudolfo und Magnus gewechselt. „Ich denke es wird Zeit, dass ihr euch erklärt Magnus!“ Der Magus hatte sich während des Berichtes der beiden Jungmagi eher verwirrt, als wütend, oder schuldig gezeigt. So hob er nun auch eine Augenbraue und blickte zu Rudolfo, der lächelnd nickte und mit ihm nach vorne, in die Aufmerksamkeit trat. So auch Liam und Masamunes Plätze einnehmend.
Magnus neigte zuerst den Kopf gen der Ältesten, bevor er sich räusperte. „Mein Name ist Magnus von der Kabballa der Schattenspieler.“ Er deutete dabei auf Rudolpho. „Ich wurde wohl soeben beschuldigt mit einer NephandUS zusammen zu arbeiten und auch schuld am Tod von John zu sein, den ich, wie ich gestehe nur vom sehen her kannte.“ Sein Blick glitt zu Masamune hinüber. „Zuerst möchte ich aber einige Annahmen korrigieren, die gemacht wurden.“ Sein Blick wandte sich wieder den Ältesten zu. „Es stimmt, dass ich ein Ätherit und kein Hermetiker bin. Aber die Schattenspieler bestehen nun einmal nicht nur aus Hermetikern, sondern sind ein Zusammenschluss unterschiedlicher Traditionen. So haben wir auch Ekstatiker und sogar nicht Erwachte in unseren Reihen. Ich habe mich nie Selganor angeschlossen, da ich Meister Rudolfo bereits deutlich länger kenne.“
„Außerdem…“ sprang Rudolfo nun ein. „Machte unser junger Freund hier, sicher auch Unerfahrenheit, die fatale Fehlannahme, dass ein Zauber bricht, sobald man jemandes Konzentration ruiniert.“ Er trat etwas vor. Dabei machte er eine theatralische Handbewegung in Masamunes Richtung. „Bei Ritualen mag das sicherlich korrekt sein und vielleicht wäre sogar eine Gesichtsmaske gefallen, wie sie offensichtlich verwendet wurde.“ Der Rücken des Hermetikers drückte sich noch etwas mehr durch. „Allerdings wäre das natürlich nur der Fall, sollte der Träger dieser Maske auch derjenige sein der sie gewirkt hat. Es kann aber genauso gut ein Artefakt oder der Nephandus selbst gewesen sein, womit keinerlei Kraft in der Beobachtung liegt.“ Er hob dann den Zeigefinger. „Ich möchte die Beiden jungen Herren dabei keinesfalls der Lüge oder ähnlichem Bezichtigen. Ich denke nur das Unerfahrenheit schnell zu sehr unglücklichen Rückschlüssen führend können.
Magnus nickte dem Mann mit Zylinder noch einmal zu. „Ich danke euch Meister Rudolfo. Um noch einmal klar zu stellen. Ich habe weder Liam Carpenter noch Masamune Kyoshi bisher getroffen und habe auch noch keinen Kontakt mit einem Nephandus gehabt.“ Mit diesen Worten trat er zurück, während Rudolfo wohl noch nicht fertig war.
„Ich möchte aber anmerken, dass die Möglichkeit, dass wir es wirklich mit einem Nephandus zu tun haben durchaus besteht und sollte das so sein, es die Aufmerksamkeit aller Magi bedarf diesen zu finden und einem Gilgul zuzuführen.“ Er schien sich keinerlei Gedanken darüber zu machen, dass er das nächste Ziel eines Mordanschlags sein sollte.
„Genug davon!“ Der Älteste der Werwölfe knurrte gefährlich leise und war trotzdem bis in den letzten Winkel des Saals zu hören. Diese Worte schienen Mikasi und sein Rudel beinahe zu elektrisieren, denn sie erhoben sich und schienen sich zumindest darauf vorzubereiten Dinge in Fetzen zu reißen.
„All diese Worte und Phrasen sind schön und gut, helfen aber nicht dabei diesen Konflikt oder Johns Mord aufzuklären. Ich bin es leid Politik in diesem Ausmaß zu hören. Ich verlange einen Lösungsvorschlag!“
Das gutturale Knurren was auf diese Forderung folgte konnte jeder bis tief in die Magenkuhle spüren. Auch Verena schien zu spüren, dass die Situation und Stimmung in diesem Moment auf der Kippe stand. So kam sie Rudolfo zuvor, der bereits wieder ansetzte zu sprechen. „Verzeiht. Aber die Aufklärung Meister Rudolfos sind durchaus wichtige Details die bedacht werden sollten, genauso wie die Anwesenheit eines Nephandus in den Reihen der Unsrigen.“ Sie atmete einmal durch. „Ich bin sicher der mit der Meisten Erfahrung im Kampf gegen die Nephandi ist ebenfalls Meister Rudolfo. Ich bitte euch daher um etwas Zeit, damit wir diese Angelegenheit in unseren Kreisen klären können.“
Die kurze Stille die auf die Worte von Verena folgte war irgendwie bedrohlicher, als ein wildgewordenes Werwolfrudel. „Ich erwarte, dass man den…Nephandus? An uns ausliefert und seinen Helfershelfer ebenfalls!“
„Ich muss in dieser Hinsicht widersprechen, erhob nun überraschen Rorrim die mechanisch klingende Stimme. „Einen Nephandus einfach zu bestrafen und vielleicht zu töten, wird das Problem nur Verlagern, nicht aber lösen.“ Die Augen der drei Ältesten richteten sich auf den Maskierten. „Was soll das heißen?“ Accas Stimme war kalt und fordernd. „Das bedeutet, dass wenn man einen Nephandus gefangen nehmen kann, wir ihn für immer unschädlich machen müssen, was aber nicht durch seinen Tod erreicht wird.“ Die stoische Mimik des Ätheriten änderte sich nicht, wie auch. Er trug eine Maske und schien von den Garou tatsächlich unbeeindruckt.
Die Reaktionen der einzelnen Magier fiel dabei doch unterschiedlich aus. Während Diamond das Wort Nephandi wohl erst einmal mit einem stoischen Ausdruck zur Kenntnis nahm, machte Ruby einen anderen Eindruck. Ihr Blick ging Ruckartig zu Diamond, der fast unmerklich nickte, bevor die Rothaarige mit langen Schritten aus der Halle eilte. Emerald schien sich nur versteift zu haben, blieb aber neben Diamon stehen. Den Blick auf Magnus und Rudolfo gerichtet.
Rorrim bewegte sich kein Stück, allerdings leuchteten seine goldenen Augen leicht heller auf, während die Worte gesprochen wurden. Elena war dabei kalt wie eh und je. Sie verschränkte lediglich die Arme vor dem Körper und legte ihre Aufmerksamkeit auf Rudolfo und Magnus. Merons Aufmerksamkeit schien währenddessen eher auf ihr selbst zu liegen. Sie hatte die Augen halb geschlossen und nur wer sehr nach bei ihr stand konnte hören, dass ihre Lippen leise Worte in einer alten Sprache flüsterten.
Auch die Aufmerksamkeit der Ekstatiker wandte sich den Hermetikern zu. Aber wirkliches Schockpotential schien die Erwähnung eines Nephandus nicht hervorzurufen. Der Dunkelhäutige Mann in Schwarz bekreuzigte sich allerdings schnell und schien ein lautloses Gebet zu sprechen. Niemand bewegte sich. Fast als wären alle vor Ehrfurcht, oder Langeweile, erstarrt.
Codys Haltung versteifte sich und sein Mund presste sich zusammen. Irgendwie ließ das den sonst solche Ruhe ausstrahlenden Mann nur noch größer wirken. Diese alarmierte Haltung schien sich auch auf seine Wirkung nach außen zu übertragen. Währenddessen hatte sich Anastasia für alles was hier geschah nicht zu interessieren. Sie hatte eine Nagelpfeile hervor geholt und schien sich eher auf ihre Nägel zu konzentrieren.
Währenddessen war Verenas Aufmerksamkeit vollkommen auf Rudolfo und Magnus gewechselt. „Ich denke es wird Zeit, dass ihr euch erklärt Magnus!“ Der Magus hatte sich während des Berichtes der beiden Jungmagi eher verwirrt, als wütend, oder schuldig gezeigt. So hob er nun auch eine Augenbraue und blickte zu Rudolfo, der lächelnd nickte und mit ihm nach vorne, in die Aufmerksamkeit trat. So auch Liam und Masamunes Plätze einnehmend.
Magnus neigte zuerst den Kopf gen der Ältesten, bevor er sich räusperte. „Mein Name ist Magnus von der Kabballa der Schattenspieler.“ Er deutete dabei auf Rudolpho. „Ich wurde wohl soeben beschuldigt mit einer NephandUS zusammen zu arbeiten und auch schuld am Tod von John zu sein, den ich, wie ich gestehe nur vom sehen her kannte.“ Sein Blick glitt zu Masamune hinüber. „Zuerst möchte ich aber einige Annahmen korrigieren, die gemacht wurden.“ Sein Blick wandte sich wieder den Ältesten zu. „Es stimmt, dass ich ein Ätherit und kein Hermetiker bin. Aber die Schattenspieler bestehen nun einmal nicht nur aus Hermetikern, sondern sind ein Zusammenschluss unterschiedlicher Traditionen. So haben wir auch Ekstatiker und sogar nicht Erwachte in unseren Reihen. Ich habe mich nie Selganor angeschlossen, da ich Meister Rudolfo bereits deutlich länger kenne.“
„Außerdem…“ sprang Rudolfo nun ein. „Machte unser junger Freund hier, sicher auch Unerfahrenheit, die fatale Fehlannahme, dass ein Zauber bricht, sobald man jemandes Konzentration ruiniert.“ Er trat etwas vor. Dabei machte er eine theatralische Handbewegung in Masamunes Richtung. „Bei Ritualen mag das sicherlich korrekt sein und vielleicht wäre sogar eine Gesichtsmaske gefallen, wie sie offensichtlich verwendet wurde.“ Der Rücken des Hermetikers drückte sich noch etwas mehr durch. „Allerdings wäre das natürlich nur der Fall, sollte der Träger dieser Maske auch derjenige sein der sie gewirkt hat. Es kann aber genauso gut ein Artefakt oder der Nephandus selbst gewesen sein, womit keinerlei Kraft in der Beobachtung liegt.“ Er hob dann den Zeigefinger. „Ich möchte die Beiden jungen Herren dabei keinesfalls der Lüge oder ähnlichem Bezichtigen. Ich denke nur das Unerfahrenheit schnell zu sehr unglücklichen Rückschlüssen führend können.
Magnus nickte dem Mann mit Zylinder noch einmal zu. „Ich danke euch Meister Rudolfo. Um noch einmal klar zu stellen. Ich habe weder Liam Carpenter noch Masamune Kyoshi bisher getroffen und habe auch noch keinen Kontakt mit einem Nephandus gehabt.“ Mit diesen Worten trat er zurück, während Rudolfo wohl noch nicht fertig war.
„Ich möchte aber anmerken, dass die Möglichkeit, dass wir es wirklich mit einem Nephandus zu tun haben durchaus besteht und sollte das so sein, es die Aufmerksamkeit aller Magi bedarf diesen zu finden und einem Gilgul zuzuführen.“ Er schien sich keinerlei Gedanken darüber zu machen, dass er das nächste Ziel eines Mordanschlags sein sollte.
„Genug davon!“ Der Älteste der Werwölfe knurrte gefährlich leise und war trotzdem bis in den letzten Winkel des Saals zu hören. Diese Worte schienen Mikasi und sein Rudel beinahe zu elektrisieren, denn sie erhoben sich und schienen sich zumindest darauf vorzubereiten Dinge in Fetzen zu reißen.
„All diese Worte und Phrasen sind schön und gut, helfen aber nicht dabei diesen Konflikt oder Johns Mord aufzuklären. Ich bin es leid Politik in diesem Ausmaß zu hören. Ich verlange einen Lösungsvorschlag!“
Das gutturale Knurren was auf diese Forderung folgte konnte jeder bis tief in die Magenkuhle spüren. Auch Verena schien zu spüren, dass die Situation und Stimmung in diesem Moment auf der Kippe stand. So kam sie Rudolfo zuvor, der bereits wieder ansetzte zu sprechen. „Verzeiht. Aber die Aufklärung Meister Rudolfos sind durchaus wichtige Details die bedacht werden sollten, genauso wie die Anwesenheit eines Nephandus in den Reihen der Unsrigen.“ Sie atmete einmal durch. „Ich bin sicher der mit der Meisten Erfahrung im Kampf gegen die Nephandi ist ebenfalls Meister Rudolfo. Ich bitte euch daher um etwas Zeit, damit wir diese Angelegenheit in unseren Kreisen klären können.“
Die kurze Stille die auf die Worte von Verena folgte war irgendwie bedrohlicher, als ein wildgewordenes Werwolfrudel. „Ich erwarte, dass man den…Nephandus? An uns ausliefert und seinen Helfershelfer ebenfalls!“
„Ich muss in dieser Hinsicht widersprechen, erhob nun überraschen Rorrim die mechanisch klingende Stimme. „Einen Nephandus einfach zu bestrafen und vielleicht zu töten, wird das Problem nur Verlagern, nicht aber lösen.“ Die Augen der drei Ältesten richteten sich auf den Maskierten. „Was soll das heißen?“ Accas Stimme war kalt und fordernd. „Das bedeutet, dass wenn man einen Nephandus gefangen nehmen kann, wir ihn für immer unschädlich machen müssen, was aber nicht durch seinen Tod erreicht wird.“ Die stoische Mimik des Ätheriten änderte sich nicht, wie auch. Er trug eine Maske und schien von den Garou tatsächlich unbeeindruckt.