Ihr Atem streifte seinen Nacken und löste eine Gänsehaut aus. Dann berührten ihre Lippen sanft seinen Hals. Masamunes Atem ging mit jedem Kuss ihrer Lippen schneller. Zähne begannen an seinem Ohrläppchen zu knabbern, während ihre Hände unter den Stoff seiner Kleidung fuhr. Hinauf. Dann hinab.
Masamunes Körper vibrierte. Er spannte sich ab. Ein Raunen verließ seine Lippen. Stöhnen. Lustvoll... Qualvoll... Sein Körper bäumte auf.
"Yamete!" *
Noch immer fühlte Masamune ihre Finger auf sich wandern. Zärtlich. Bestimmend.
"Yamete!"
Ein Schlag hinauf folgte. Dann riss er die Augen auf. Schweiß stand auf seiner Stirn. Masamune setzte sich auf und blickte in die Dunkelheit seines Dojo. Schließlich rieb er sich die Schläfe. Ein Blick auf die Uhr. Halb 4.
"Alles gut. Es ist niemand da." Die Stimme klang in seinem Kopf. Doch statt zu antworten, erhob sich der Samurai und packte die Matte weg, auf der er schlief. Heute begann das Training früher als üblich. Wieder einmal.
----
* "Hör auf!"
Die Macht des Inneren [Masamune]
Die Macht des Inneren [Masamune]
Täuschung und Schein gleichen dem Traum und die Erleuchtung dem Erwachen daraus. Wer träumt, weiß nicht, dass er träumt. Nur der Erwachte weiß, dass er geträumt hat.
Pu’an
Pu’an
Re: Die Macht des Inneren [Masamune]
Es wurde Zeit sich auf die nächste Dan-Prüfung vorzubereiten. Masamune nahm Aufstellung vor dem Spiegel und verneigte sich vor den Sensais. Im Hintergrund stand eine Kamera, die seine Katas aufnahm.
Er ging in Haltung und begann. Schon nach wenigen Schlägen fühlte er sich unzufrieden mit der Ausführung. Trotzdem beendete Masamune die Übung, ohne bewusst seine Leistung zu schmälern. Am Ende ging er zu Kamera und sah sich die Aufzeichnung an.
Jeder Schlag saß. Jeder Tritt perfekt. Er runzelte die Stirn. Genau so, sollte es aussehen.
Nochmal.
Zurück auf die Matte. Haltung einnehmen. Los.
Schon wieder fühlt es sich falsch an. Nicht perfekt. Zu langsam. Nicht rund genug. Masamune schnaufte frustriert, beendete die Kata. Abermals warf er direkt im Anschluss einen Blick auf die Aufnahme. Er hatte Nichts zu bemängeln. Nicht einmal im Detail. Genau so, würde er es bei der Dan Prüfung von sich sehen wollen.
Doch was störte ihn? Es dauerte noch einige Katas - alle mit dem selben Ergebnis, bis ihm es auffiel.
Es war eben 'nur' Jui Jitsu, was er da zeigte. Die Kampfkunst der Schläfer wirkte so unvollkommen und langsam im Vergleich zu Do. Merons Lehre fühlt sich ganzheitlicher an. Richtiger. Und trotzdem würde er Jui Jitsu brauchen - weiter unterrichten, die Dan Prüfung ablegen. Aber ob er jemals weiter käme auf dem Weg war fraglich, denn er hatte wahre Perfektion gesehen und das würde bedeuten, neue Wege zu beschreiten.
Er ging in Haltung und begann. Schon nach wenigen Schlägen fühlte er sich unzufrieden mit der Ausführung. Trotzdem beendete Masamune die Übung, ohne bewusst seine Leistung zu schmälern. Am Ende ging er zu Kamera und sah sich die Aufzeichnung an.
Jeder Schlag saß. Jeder Tritt perfekt. Er runzelte die Stirn. Genau so, sollte es aussehen.
Nochmal.
Zurück auf die Matte. Haltung einnehmen. Los.
Schon wieder fühlt es sich falsch an. Nicht perfekt. Zu langsam. Nicht rund genug. Masamune schnaufte frustriert, beendete die Kata. Abermals warf er direkt im Anschluss einen Blick auf die Aufnahme. Er hatte Nichts zu bemängeln. Nicht einmal im Detail. Genau so, würde er es bei der Dan Prüfung von sich sehen wollen.
Doch was störte ihn? Es dauerte noch einige Katas - alle mit dem selben Ergebnis, bis ihm es auffiel.
Es war eben 'nur' Jui Jitsu, was er da zeigte. Die Kampfkunst der Schläfer wirkte so unvollkommen und langsam im Vergleich zu Do. Merons Lehre fühlt sich ganzheitlicher an. Richtiger. Und trotzdem würde er Jui Jitsu brauchen - weiter unterrichten, die Dan Prüfung ablegen. Aber ob er jemals weiter käme auf dem Weg war fraglich, denn er hatte wahre Perfektion gesehen und das würde bedeuten, neue Wege zu beschreiten.
Täuschung und Schein gleichen dem Traum und die Erleuchtung dem Erwachen daraus. Wer träumt, weiß nicht, dass er träumt. Nur der Erwachte weiß, dass er geträumt hat.
Pu’an
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Re: Die Macht des Inneren [Masamune]
Masamune saß in seinem Dojo. Schon lange verharrte er im Seiza. Die Asche der Räuscherstäbchen neben ihm war schon kalt. Trotzdem rührte er sich nicht und atmete still und nachdenklich. Es wäre so einfach gewesen Merons Aufgabe zu erfüllen: Was ist Leben? Er hätte nur im diesem Internet suchen müssen und eine Definition abschreiben können. Aber das war nicht sein Anspruch. Er musste seine eigene Definition finden.
Auch heute vergeht ein Tag,
auch heute wird es Abend –
Mairegen.
Leben ist das, was uns von reiner Materie unterscheidet. Aber auch der Verstand spielt dabei eine Rolle. Leben und Verstand sind nicht dasselbe, aber sie bedürfen einander, wie die Sonne und der Mond. Doch was macht das Leben konkret aus?
Da wäre dann zu Einem der Austausch von Energie. Sei es durch das Atmen, Essen oder Trinken. Aber auch durch das Ki. Wir nehmen Energie aus unserer Umgebung und geben sie wieder ab. Diese Tatsache ist essenziel für Alles, was Leben ausmacht.
Dann sind Lebewesen in der Lage sich zu reproduzieren. Sei es durch Zellteilung oder durch sexuelle oder ungeschlechtliche Fortpflanzung. Damit einher geht unsere Evolution, die Veränderung des Lebens an sich, dass sich der Umwelt anpasst. Aber Anpassung passiert auch im Kleinen: Wir reagieren direkt auf unsere Umgebung: Wenn es kalt wird, ziehen wärmer an. Wenn wir bedroht werden, handeln wir entsprechend. Wo der Verstand durch klare Entscheidungen agiert, reagiert das Leben durch Instinkte.
Lebewesen ähneln sich - was einer gewissen Ordnung entspricht, die auf Zellebene anfängt. DNA, die unser Dasein bestimmt. Jedes Lebewesen hat es, diesen speziellen Code, ohne den es kein Leben geben könnte.
Und so bleibt es auch jedem Lebewesen gleich: Es wächst von seiner Geburt an. Wachstum ist mit Veränderung gebunden... Geburt mit Tod. Ein Prozess, der immer gleich ist und doch nie identisch. Und der Tod ist es, der das Leben lebenswert macht.
Wandlung
mich wiederfinden
als Birke
Leben ist alles davon: Jeder Herzschlag. Jeder Atemzug. Jeder Tropfen Blut. Jeder Moment der Freude, des Leides, der Lust und des Hasses. Jede Bewegung. Die Selbstfindung und die Sinngebung. Die akzeptanz von Veränderung und die Wertschätzung des Momentes. Die bewusste Gestalltung des eigenen Daseins. Anfang und Ende.
Auch heute vergeht ein Tag,
auch heute wird es Abend –
Mairegen.
Leben ist das, was uns von reiner Materie unterscheidet. Aber auch der Verstand spielt dabei eine Rolle. Leben und Verstand sind nicht dasselbe, aber sie bedürfen einander, wie die Sonne und der Mond. Doch was macht das Leben konkret aus?
Da wäre dann zu Einem der Austausch von Energie. Sei es durch das Atmen, Essen oder Trinken. Aber auch durch das Ki. Wir nehmen Energie aus unserer Umgebung und geben sie wieder ab. Diese Tatsache ist essenziel für Alles, was Leben ausmacht.
Dann sind Lebewesen in der Lage sich zu reproduzieren. Sei es durch Zellteilung oder durch sexuelle oder ungeschlechtliche Fortpflanzung. Damit einher geht unsere Evolution, die Veränderung des Lebens an sich, dass sich der Umwelt anpasst. Aber Anpassung passiert auch im Kleinen: Wir reagieren direkt auf unsere Umgebung: Wenn es kalt wird, ziehen wärmer an. Wenn wir bedroht werden, handeln wir entsprechend. Wo der Verstand durch klare Entscheidungen agiert, reagiert das Leben durch Instinkte.
Lebewesen ähneln sich - was einer gewissen Ordnung entspricht, die auf Zellebene anfängt. DNA, die unser Dasein bestimmt. Jedes Lebewesen hat es, diesen speziellen Code, ohne den es kein Leben geben könnte.
Und so bleibt es auch jedem Lebewesen gleich: Es wächst von seiner Geburt an. Wachstum ist mit Veränderung gebunden... Geburt mit Tod. Ein Prozess, der immer gleich ist und doch nie identisch. Und der Tod ist es, der das Leben lebenswert macht.
Wandlung
mich wiederfinden
als Birke
Leben ist alles davon: Jeder Herzschlag. Jeder Atemzug. Jeder Tropfen Blut. Jeder Moment der Freude, des Leides, der Lust und des Hasses. Jede Bewegung. Die Selbstfindung und die Sinngebung. Die akzeptanz von Veränderung und die Wertschätzung des Momentes. Die bewusste Gestalltung des eigenen Daseins. Anfang und Ende.
Täuschung und Schein gleichen dem Traum und die Erleuchtung dem Erwachen daraus. Wer träumt, weiß nicht, dass er träumt. Nur der Erwachte weiß, dass er geträumt hat.
Pu’an
Pu’an
Re: Die Macht des Inneren [Masamune]
Weihnachten. Ein fest, dass vielen Menschen hier in Seattle etwas bedeutete.
Für Andere hingegen: Ein Tag, wie jeder Andere. Fast.
Heute kamen keine Schüler. Stattdessen stand Masamune alleine auf der Matte. Heute hatte er Zeit für sich. Zeit dafür sich ganz auf sein eigenes Training zu konzentrieren.
Seine Bewegungen folgten den Kata des Do, die Meron ihm beigebracht hatte. Bewegungen, die den Körper stärker und schneller machten - ihn zur Waffe formten. Und zeitgleich verbanden die Bewegungen den Körper mit dem Verstand. Hier fand er Vollkommenheit - oder vielmehr spürte er die Ansätze davon. Das was eines Tages sein könnte. Und zugleich fühlte er die Magie durch sich fließen. Es war faszinierend, wie diese Technik alles verband.
Wo andere heute den Geist des Weihnachten in sich aufnahmen, spürte er... den Kosmos. Und es gab noch so vieles zu erfahren. Viel zu viel für ein Leben. Und doch war jeder Schritt dahin die Reise wert, selbst, wenn man das Ziel niemals erreichen wird.
Für Andere hingegen: Ein Tag, wie jeder Andere. Fast.
Heute kamen keine Schüler. Stattdessen stand Masamune alleine auf der Matte. Heute hatte er Zeit für sich. Zeit dafür sich ganz auf sein eigenes Training zu konzentrieren.
Seine Bewegungen folgten den Kata des Do, die Meron ihm beigebracht hatte. Bewegungen, die den Körper stärker und schneller machten - ihn zur Waffe formten. Und zeitgleich verbanden die Bewegungen den Körper mit dem Verstand. Hier fand er Vollkommenheit - oder vielmehr spürte er die Ansätze davon. Das was eines Tages sein könnte. Und zugleich fühlte er die Magie durch sich fließen. Es war faszinierend, wie diese Technik alles verband.
Wo andere heute den Geist des Weihnachten in sich aufnahmen, spürte er... den Kosmos. Und es gab noch so vieles zu erfahren. Viel zu viel für ein Leben. Und doch war jeder Schritt dahin die Reise wert, selbst, wenn man das Ziel niemals erreichen wird.
Täuschung und Schein gleichen dem Traum und die Erleuchtung dem Erwachen daraus. Wer träumt, weiß nicht, dass er träumt. Nur der Erwachte weiß, dass er geträumt hat.
Pu’an
Pu’an
Re: Die Macht des Inneren [Masamune]
Wo das Leben Veränderung bedeutet und Sinnbild für Anfang und Ende ist, ist der Ursprung immer gleich. Alles, jedes Leben, jeder Gedanke, jeder Moment und jeder Zauberspruch entspringt dem Ursprung. Diese eine Macht, die Alles verbindet. Und doch hatte er nur einen Bruchteil verstanden, von dem was wirklich möglich war.
"Wie du Quitessenz aus etwas heraus nimmst, weist du ja bereits. Heute lernst du, wie man sie zurück gibt."
Maevis hatte ein wenig Zeit gefunden, nachdem Matteo wieder fort war und Masamune ihr bei ihren Aufgaben unter die Arme gegriffen hatte. Heute saßen sie in einem Garten, der auf dem Dach eines offensichtlich unbewohnten - wenn man von den Obdachlosen, die hier eine Bleibe gefunden haben einmal absah - Apartmentkomplex. Die Türen waren aufgebrochen, Graffitis überall an den Wänden geschmiert. Ganz sicher waren die Beiden auch nicht alleine, wenngleich aber auf jeden Fall ungestört.
Sie reichte Masamune einen Rosenkranz mit einem hölzernen Kreuz daran. "Das ist ein Periapton. Ein Gefäß des Ursprungs. Wenn du so willst: Eine Batterie für Quintessenz. Ihn zu erschaffen ist aufwendig, aber darum geht es heute auch nicht. Deine Aufgabe ist es ihm die Quintessenz zu entziehen und anschließend zurück zu geben."
Sie erzählte davon wie Sie das machte. Aber die Art und Weise was Nichts, mit dem Masamune etwas anfangen konnte. Chor, Gesang, Glaube. Dennoch lauschte er ihrer Erzählung in dem Garten, in dem sich jemand die Mühe gemacht hat Hochbeete anzulegen und Blumen, sowie Gemüse und Kräuter anzubauen.
Der erste Teil der Aufgabe war kaum ein Problem. Er hatte bereits gefühlt und erlebt, wie Meron und Verana ihm Energie zugeführt hatten. In Meditation versunken nahm er die Quintessenz aus dem Gefäß. Es dauerte eine Weile, aber am Ende gelang, was er versucht hatte.
Den Rest des Tages versuchte Masamune die Energie auf die selbe Art wieder zurück zu geben. Doch es gelang nicht. In einigen Überlegungen mit Maevis kam er am Ende auf darauf, was das Problem war: Meditation war zu passiv.
In den darauf folgenden Trainingseinheiten begann Masamune eine Do-Kata für diese Aufgabe zu entwickeln. Er musste das Ki, die Quintessenz in sich in Bewegung setzen und gezielt auf einen Punkt - das Periapton - fokussieren. Das war der Kern auf dem sich die Beiden grundverschiedenen Konzepte übereinstimmend erwiesen. Das war etwas, mit dem der Samurai arbeiten konnte.
Es dauerte eine Woche, bis er endlich die richtigen Bewegungen gefunden hatte, um die Energie zu übertragen. Aber noch länger dauerte es, bis Masamune mit der Kata selbst zufrieden war und auch die Menge der übertragenen Quintessenz bestimmen konnte.
"Gut", sagte Maevis am Ende, offensichtlich wirklich zufrieden. "Jetzt hast du die Grundlagen geschaffen, die du brauchst, um diese Stufe des Ursprungs zu erlernen. Wir fangen morgen mit dem richtigen Training an."
"Wie du Quitessenz aus etwas heraus nimmst, weist du ja bereits. Heute lernst du, wie man sie zurück gibt."
Maevis hatte ein wenig Zeit gefunden, nachdem Matteo wieder fort war und Masamune ihr bei ihren Aufgaben unter die Arme gegriffen hatte. Heute saßen sie in einem Garten, der auf dem Dach eines offensichtlich unbewohnten - wenn man von den Obdachlosen, die hier eine Bleibe gefunden haben einmal absah - Apartmentkomplex. Die Türen waren aufgebrochen, Graffitis überall an den Wänden geschmiert. Ganz sicher waren die Beiden auch nicht alleine, wenngleich aber auf jeden Fall ungestört.
Sie reichte Masamune einen Rosenkranz mit einem hölzernen Kreuz daran. "Das ist ein Periapton. Ein Gefäß des Ursprungs. Wenn du so willst: Eine Batterie für Quintessenz. Ihn zu erschaffen ist aufwendig, aber darum geht es heute auch nicht. Deine Aufgabe ist es ihm die Quintessenz zu entziehen und anschließend zurück zu geben."
Sie erzählte davon wie Sie das machte. Aber die Art und Weise was Nichts, mit dem Masamune etwas anfangen konnte. Chor, Gesang, Glaube. Dennoch lauschte er ihrer Erzählung in dem Garten, in dem sich jemand die Mühe gemacht hat Hochbeete anzulegen und Blumen, sowie Gemüse und Kräuter anzubauen.
Der erste Teil der Aufgabe war kaum ein Problem. Er hatte bereits gefühlt und erlebt, wie Meron und Verana ihm Energie zugeführt hatten. In Meditation versunken nahm er die Quintessenz aus dem Gefäß. Es dauerte eine Weile, aber am Ende gelang, was er versucht hatte.
Den Rest des Tages versuchte Masamune die Energie auf die selbe Art wieder zurück zu geben. Doch es gelang nicht. In einigen Überlegungen mit Maevis kam er am Ende auf darauf, was das Problem war: Meditation war zu passiv.
In den darauf folgenden Trainingseinheiten begann Masamune eine Do-Kata für diese Aufgabe zu entwickeln. Er musste das Ki, die Quintessenz in sich in Bewegung setzen und gezielt auf einen Punkt - das Periapton - fokussieren. Das war der Kern auf dem sich die Beiden grundverschiedenen Konzepte übereinstimmend erwiesen. Das war etwas, mit dem der Samurai arbeiten konnte.
Es dauerte eine Woche, bis er endlich die richtigen Bewegungen gefunden hatte, um die Energie zu übertragen. Aber noch länger dauerte es, bis Masamune mit der Kata selbst zufrieden war und auch die Menge der übertragenen Quintessenz bestimmen konnte.
"Gut", sagte Maevis am Ende, offensichtlich wirklich zufrieden. "Jetzt hast du die Grundlagen geschaffen, die du brauchst, um diese Stufe des Ursprungs zu erlernen. Wir fangen morgen mit dem richtigen Training an."
Täuschung und Schein gleichen dem Traum und die Erleuchtung dem Erwachen daraus. Wer träumt, weiß nicht, dass er träumt. Nur der Erwachte weiß, dass er geträumt hat.
Pu’an
Pu’an
Re: Die Macht des Inneren [Masamune]
Der Geruch von altem Holz, Nelkenöl und abgebranntem Räucherwerk hing schwer in der Luft des Dojo – ein kleines Heiligtum der Stille, verborgen mitten im lichten Meer der modernen Großstadt. Draußen dröhnte das ferne, ununterbrochene Rauschen des nächtlichen Verkehrs, doch hier drinnen zählte nur der Rhythmus seines eigenen Atems.
Masamune saß im Seiza auf der Tatami-Matte.
Heute Nacht ging es nicht um Katas. Es ging nicht um Körperbeherrschung oder Muskelgedächtnis. Heute Nacht versuchte er, die Grenze zwischen dem physischen Stahl des Lebens und dem reinen, ungebundenen Fluss des Universums zu durchbrechen. Ursprung, das Weben des ungeborenen Lichts. Es ging darum reine Ki in Form von Quintessenz, welche alles existierende Sein durchströmt, greifbar zu machen und in eine Waffe zu gießen.
Er schloss die Augen und atmete tief durch die Nase ein. Er tastete nach dem Pulsieren der Realität, suchte nach den feinen Adern der Quintessenz, die durch den Raum flossen - und durch ihn selbst.
-----------
Mit geschlossenen Augen führte er die Hände langsam über eine imaginäre Klinge vor sich. Er sammelte die innere Energie in seinem Tanden, dem Zentrum seines Seins, und versuchte, sie wie eine Flüssigkeit durch seine Arme nach vorne zu treiben. Er wollte die Schwingung der Quintessenz mit dem Bild der Waffe verschmelzen lassen, um ihm die Härte und Schärfe einer echten Klinge zu verleihen.
Für einen Herzschlag schien die Luft zu zittern. Ein kühles, violettes Glimmen legte sich wie Tau auf die Oberfläche seiner Hand.
Halt es fest. Gib ihm Form.
Doch seine Disziplin geriet ins ins Wanken. Das Ki ließ sich nicht wie Wasser in ein Gefäß gießen. Kaum verließ die Energie seine Hand, verpuffte sie glanzlos. Wie feiner Staub, der vom Wind verweht wird, löste sich das Licht auf. Der Raum roch plötzlich nach verbranntem Ozon und fühlte sich eiskalt an.
Masamune atmete langsam aus. Zu zaghaft. Der Wille war nicht scharf genug.
-----------
Der Krieger zwang sich zur Ruhe, öffnete den Knoten der Frustration in seiner Brust und wischte den Schweiß von der Stirn. Ein Samurai wankte nicht nach einem Fehlschlag.
Dieses Mal würde er die Energie nicht bitten; er würde sie führen, so wie man einen ungestümen Fluss mit Dämmen kanalisiert. Masamune legte beide Hände fest um den imaginären Griff, so wie er es schon tausende Male getan hatte. Er ballte seine Geisteshaltung zusammen, bündelte den Fluss der Quintessenz mit harter, kompromissloser Entschlossenheit und stieß das Ki schlagartig in die Waffe.
Ein Fehler.
Die Energie widerstrebte der rohen Gewalt. Statt sich im Hier zu verankern, staute sich das magische Muster starr auf. Ein gellendes, hochfrequentes Summen schoss durch das Zimmer. Ein plötzlicher, bläulicher Lichtblitz entflammte – heftig und unkontrolliert.
KKKZMMMMM!
Eine Welle statischer Entladung schlug aus dem Griff direkt in seine Handflächen zurück. Ein scharfer Schmerz fuhr ihm bis in die Schultern. Masamune keuchte auf, presste die Tauben, verbrannten Handflächen zusammen und biss sich auf die Lippen. Rauch stieg leise von den Spuren auf seinen inneren Handflächen auf. Das Weben des Ursprungs bestrafte jeden Hochmut brutal. Das Gefüge der Welt duldete keine Arroganz.Es war die selbe Lektion, die Meron ihm nach dem Konzil nahe gelegt hatte. Alles führte wieder dahin, dass Hochmut und Arroganz in seiner Welt Nichts zu suchen hatten.
------------
Minuten verstrichen, in denen er nur das geschlagene Gewebe seiner Hände spürte und seinen Herzschlag beruhigte. Das Adrenalin verleitete zur Eile, dazu es nochmal zu versuchen. Aber die Ahnen hatten Schwerter nicht an einem Tag geschmiedet.
Er stand auf, ging mit ruhigen Schritten durch das Dojo. Die Wunden auf seiner Haut brannten wie Feuer, doch er ignorierte den Schmerz.
Masamune ließ sich vor dem Bild seines Vaters nieder. Er verneigte sich tief – nicht aus Aberglauben, sondern als Erinnerung daran, dass Ki, Körper und Geist, Materie und Energie... auf Augenhöhe zueinander standen. Alles musste im Gleichgewicht sein.
Er hob die Hände, legte die Finger zitternd, aber bestimmt erneut an den imaginären Griff. Masamune schloss die Augen. Er würde es wieder versuchen. So lange, bis die reale Welt und der Ursprung eins wurden.
Masamune saß im Seiza auf der Tatami-Matte.
Heute Nacht ging es nicht um Katas. Es ging nicht um Körperbeherrschung oder Muskelgedächtnis. Heute Nacht versuchte er, die Grenze zwischen dem physischen Stahl des Lebens und dem reinen, ungebundenen Fluss des Universums zu durchbrechen. Ursprung, das Weben des ungeborenen Lichts. Es ging darum reine Ki in Form von Quintessenz, welche alles existierende Sein durchströmt, greifbar zu machen und in eine Waffe zu gießen.
Er schloss die Augen und atmete tief durch die Nase ein. Er tastete nach dem Pulsieren der Realität, suchte nach den feinen Adern der Quintessenz, die durch den Raum flossen - und durch ihn selbst.
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Mit geschlossenen Augen führte er die Hände langsam über eine imaginäre Klinge vor sich. Er sammelte die innere Energie in seinem Tanden, dem Zentrum seines Seins, und versuchte, sie wie eine Flüssigkeit durch seine Arme nach vorne zu treiben. Er wollte die Schwingung der Quintessenz mit dem Bild der Waffe verschmelzen lassen, um ihm die Härte und Schärfe einer echten Klinge zu verleihen.
Für einen Herzschlag schien die Luft zu zittern. Ein kühles, violettes Glimmen legte sich wie Tau auf die Oberfläche seiner Hand.
Halt es fest. Gib ihm Form.
Doch seine Disziplin geriet ins ins Wanken. Das Ki ließ sich nicht wie Wasser in ein Gefäß gießen. Kaum verließ die Energie seine Hand, verpuffte sie glanzlos. Wie feiner Staub, der vom Wind verweht wird, löste sich das Licht auf. Der Raum roch plötzlich nach verbranntem Ozon und fühlte sich eiskalt an.
Masamune atmete langsam aus. Zu zaghaft. Der Wille war nicht scharf genug.
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Der Krieger zwang sich zur Ruhe, öffnete den Knoten der Frustration in seiner Brust und wischte den Schweiß von der Stirn. Ein Samurai wankte nicht nach einem Fehlschlag.
Dieses Mal würde er die Energie nicht bitten; er würde sie führen, so wie man einen ungestümen Fluss mit Dämmen kanalisiert. Masamune legte beide Hände fest um den imaginären Griff, so wie er es schon tausende Male getan hatte. Er ballte seine Geisteshaltung zusammen, bündelte den Fluss der Quintessenz mit harter, kompromissloser Entschlossenheit und stieß das Ki schlagartig in die Waffe.
Ein Fehler.
Die Energie widerstrebte der rohen Gewalt. Statt sich im Hier zu verankern, staute sich das magische Muster starr auf. Ein gellendes, hochfrequentes Summen schoss durch das Zimmer. Ein plötzlicher, bläulicher Lichtblitz entflammte – heftig und unkontrolliert.
KKKZMMMMM!
Eine Welle statischer Entladung schlug aus dem Griff direkt in seine Handflächen zurück. Ein scharfer Schmerz fuhr ihm bis in die Schultern. Masamune keuchte auf, presste die Tauben, verbrannten Handflächen zusammen und biss sich auf die Lippen. Rauch stieg leise von den Spuren auf seinen inneren Handflächen auf. Das Weben des Ursprungs bestrafte jeden Hochmut brutal. Das Gefüge der Welt duldete keine Arroganz.Es war die selbe Lektion, die Meron ihm nach dem Konzil nahe gelegt hatte. Alles führte wieder dahin, dass Hochmut und Arroganz in seiner Welt Nichts zu suchen hatten.
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Minuten verstrichen, in denen er nur das geschlagene Gewebe seiner Hände spürte und seinen Herzschlag beruhigte. Das Adrenalin verleitete zur Eile, dazu es nochmal zu versuchen. Aber die Ahnen hatten Schwerter nicht an einem Tag geschmiedet.
Er stand auf, ging mit ruhigen Schritten durch das Dojo. Die Wunden auf seiner Haut brannten wie Feuer, doch er ignorierte den Schmerz.
Masamune ließ sich vor dem Bild seines Vaters nieder. Er verneigte sich tief – nicht aus Aberglauben, sondern als Erinnerung daran, dass Ki, Körper und Geist, Materie und Energie... auf Augenhöhe zueinander standen. Alles musste im Gleichgewicht sein.
Er hob die Hände, legte die Finger zitternd, aber bestimmt erneut an den imaginären Griff. Masamune schloss die Augen. Er würde es wieder versuchen. So lange, bis die reale Welt und der Ursprung eins wurden.
Täuschung und Schein gleichen dem Traum und die Erleuchtung dem Erwachen daraus. Wer träumt, weiß nicht, dass er träumt. Nur der Erwachte weiß, dass er geträumt hat.
Pu’an
Pu’an