Nur wegen den Beiden [Yubilèe (SL), Liam, Masamune]

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Masamune
Akashayana
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Registriert: Do 28. Mär 2024, 18:23

Nur wegen den Beiden [Yubilèe (SL), Liam, Masamune]

Beitrag von Masamune »

Die Tür zur Traver Gallery öffnet sich mit einem gedämpften Geräusch und lässt für einen Augenblick die Geräusche der Außenwelt herein. Von draußen dringen das entfernte Brummen eines Motors, Reifen auf dem Asphalt und vereinzelte Stimmen herüber. Dann fällt die Tür wieder ins Schloss, und die Geräuschkulisse wird beinahe vollständig ausgesperrt.

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Im Inneren herrscht eine ruhige, konzentrierte Atmosphäre.

Die Galerie befindet sich in einem ehemaligen Industriegebäude am Ship Canal. Die hohen Decken und die großzügigen, offenen Räume erinnern noch an die frühere Nutzung des Gebäudes. Beton, Metall und nüchterne architektonische Elemente bilden einen deutlichen Kontrast zu den empfindlichen und teilweise filigranen Kunstwerken.

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Es sind an diesem Nachmittag nicht besonders viele Menschen in der Galerie.

Ein älteres Paar steht vor einer der Arbeiten und spricht leise miteinander. Einige Meter weiter betrachtet ein Mann mit schwarzer Brille ein Werk und macht sich gelegentlich Notizen in einem kleinen Heft. Zwei jüngere Besucher bewegen sich langsam durch den Raum und tauschen gedämpfte Bemerkungen aus.

Vor allem im vorderen Ausstellungsraum fällt die aktuelle Ausstellung „Discontinuity“ von Gabrielle Wambaugh ins Auge. Die Arbeiten spielen stark mit Material, Form, Licht und Wahrnehmung. Je nach Blickwinkel wirken einzelne Oberflächen transparent, massiv, glatt oder beinahe schwerelos. Das Tageslicht verändert die Wirkung der Arbeiten ständig. Das Licht fällt durch große Fenster in den Raum. Der helle Septembernachmittag draußen sorgt für natürliches Licht, das sich mit der gleichmäßigen Beleuchtung der Galerie mischt.

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Im angrenzenden Bereich befindet sich die Gruppenausstellung „Back To School“ mit Arbeiten von Nancy Callan, Natalya Burd, Nathan Lynch und Dharma Strasser MacColl. Hier wirkt der Raum etwas lebendiger. Unterschiedliche Formen, Materialien und künstlerische Handschriften stehen nebeneinander und erzeugen einen bewussten Kontrast. Die Werke wirken teilweise verspielt, teilweise abstrakt und teilweise beinahe architektonisch. Zwischen den einzelnen Arbeiten bleibt viel freier Raum.

Durch die Fenster ist der industrielle Charakter der Umgebung sichtbar.

Die Galerie wirkt dadurch weder wie ein klassisches Museum noch wie eine luxuriöse Kunsthalle. Sie hat etwas Arbeitsames und Unfertiges, obwohl jedes Kunstwerk sorgfältig präsentiert wird. Die Vergangenheit des Gebäudes bleibt spürbar, ohne dass sie in den Vordergrund gerückt wird.

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Masamune hatte Yubilèe auf dem gleichen Weg kontaktiert, wie beim ersten Mal. Einige Tage später fand er einen Zettel mit einer Telefonnummer. Dieses Mal war sie bereit für ein Treffen zu dritt. Der Japaner hatte daraufhin Liam über Ort und Zeit informiert.

Und jetzt standen sie da im Eingangsbereich des Museums. Masamune schaute sich um und versuchte an der Unordnung der Ausstellungsobjekte vorbei zu sehen - suchte nach dem schwarzen Trenchcoat.

"Siehst du sie irgendwo, Liam?"

Sein Blick blieb kurz an einem unsymetrischen Kunstwerk hängen und er unterdrückte den Drang hin zu gehen und die Dinge gerade zu rücken. Rasch drehte Masamune den Kopf zu seinem Begleiter um.

"Ich hoffe wir finden sie schnell... oder sie uns."
Täuschung und Schein gleichen dem Traum und die Erleuchtung dem Erwachen daraus. Wer träumt, weiß nicht, dass er träumt. Nur der Erwachte weiß, dass er geträumt hat.
Pu’an

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Liam Carpenter
Beiträge: 551
Registriert: Fr 14. Mär 2025, 19:48

Re: Nur wegen den Beiden [Yubilèe (SL), Liam, Masamune]

Beitrag von Liam Carpenter »

„Oh man… ich bin so ein Kunstbanause.“, seufzte Liam während sein Blick über die ausgestellten Arbeiten wanderte. Es war nicht so dass er nicht das ein oder andere durchaus hübsch oder ansprechend fand oder die benötigten handwerklichen Fähigkeiten für beeindruckend hielt. Aber alles in allem entzog sich ihm vermutlich die tiefere Faszination für diese Art von abstrakten Werken. Er mochte die Dinge lieber etwas naturalistischer und greifbarer.

Er schüttelte den Kopf.
„Bisher nicht. Lass uns einfach mal durchgehen. Vermutlich findet sie uns eh bevor wir sie finden.“
Yubilee wirkte wie eine Person die ein Zusammentreffen nach ihren eigenen Regeln bevorzugte. Oder sie erschreckte vielleicht einfach gerne Leute.

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Mystiker
Spielleiter
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Registriert: Do 28. Mär 2024, 18:01

Re: Nur wegen den Beiden [Yubilèe (SL), Liam, Masamune]

Beitrag von Mystiker »

Die Ausstellung war sicherlich Interessant und enthielt sicherlich wundervolle Kunstwerke, wenn man die Kunst zu schätzen wusste. Sicherlich war die berühmtere Ausstellung zu Glasskulpturen im Chihuly Garden and Glass. Aber dieses hier war nun einmal etwas experimenteller und auch für kleinere Künstler erreichbar. Die wenigen Besucher wurden in den weitläufigen Räumen, die sich weiter hinten anschlossen noch spärlicher, und schließlich erreichten sie den hintersten Raum, welcher ein kleines Rondell bildete. In der Mitte des Raumes stand eine große Flamme aus Glas geblasen. Sicher über einen Meter groß auf einem Podest. Sie war mit Glasmalerei verziert worden und bildete nun eine langsam von Schwarz zu Weiß wechselnde Säule, die dazwischen alle Farben des Regenbogens abbildete, die sich wie Wellen von Innen nach außen ausbreiteten.

Gerade als sie die Schwelle übertraten spürten Liam und Masamune einen kurzen Stich des Unbehagens. Sicher war dieser Stich der Person zu verdanken, die mit dem Rücken zu ihnen vor der Skulptur stand und diese scheinbar geistesabwesend zu betrachten.

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