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Re: Die Rückkehr an Königin Annes Hof [Liam, Hifumi]

Verfasst: Di 27. Jan 2026, 22:47
von Hifumi
Hifumi zuckte die Schultern. "Meine Religion kennt keine ewige Verdammnis. Selbst die buddhistischen Höllen unterliegen dem Zyklus der Wiedergeburt und bieten neue Chancen - auch wenn es dort sehr schwer ist, gutes Karma zu sammeln, und die Qualen sich wie Äonen anfühlen."

Sie geriet in Fahrt - religiöser Fervor und religiöse Arbeit, das war immer noch ein wichtiger Teil ihres Lebens, trotz der Dissonanzen zwischen ihrem inneren Wesen und den Regeln ihrer Religionsgemeinschaft.

"Abgesehen davon könnte ich meinen Probandinnen nicht helfen, wenn ich sie von oben herab mit erhobenem Zeigefinger runterputzen würde. Das würde ihnen nicht nur nicht helfen, sie würden sofort zu machen und mich nicht an sie heranlassen.

Es ist wichtig, sie zuallererst als Menschinnen zu behandeln - weil das sonst niemand im Gefängnissystem tut. Ihre Probleme und Nöte ernst zu nehmen, und selbst wenn ich ihnen nicht helfen kann, das Gefühl zu geben: Du wirst wahrgenommen. Du wirst ernst genommen. Ich höre dich und stehe auf deiner Seite."


Sie lächelte einen Moment. "Wobei ich oft Wege finde, zu helfen.
Sehr viele Insassinnen sind beispielsweise mangelernährt, und es zieht sie in allen Bereichen runter - gesundheitlich, psychisch, es raubt ihnen die Energie und Lebensqualität.

Die Wärter akzeptieren mittlerweile, dass das Segnen und Teilen von Mahlzeiten zu meiner Religion gehört - vegetarische Mahlzeiten nach den Geboten meines Glaubens, reich an wertvollem Gemüse. Da, hm"
- sie sah sich verstohlen um - "erscheint es ihnen auch glaubwürdig, dass es meinen Probandinnen nach meinen Chants und Gebeten besser geht, kein Wunder bei solchen Vitaminbomben im Kontrast zu den hohlen Kalorien des Slops, den sie sonst verabreicht kriegen."

Auch das andere Thema nahm sie freudig auf.

"Heather hatte mich im Wildrose aufgegabelt. Sie und ihre Partnerin, sie konnten jemanden wie mich gebrauchen - eine hübsche Gespielin, naiv und unschuldig, aber willig und anspruchslos genug, um sich bei einem Dreier entjungfern zu lassen." Sie kicherte etwas mädchenhaft. "Ich kenne die beiden sonst kaum, und weiß nicht einmal wie Heathers Partnerin heißt. War trotzdem voll schön, sie haben auch voll Rücksicht auf meine fehlende Erfahrung genommen, und sich nicht lustig darüber gemacht dass ich noch ein unverkaufter Weihnachtskuchen war oder so."

Sie seufzte.

"Ich wünschte, meine Schwestern wären auch offen für solche Erlebnisse... Wobei, eine hat mir neulich eröffnet dass sie auch nicht so ganz reinpasst, in das Rollenmodell des traditionellen Eheweibs. Die Bücher, die du mir damals empfohlen hast - ich denke, sie haben ihr sehr weitergeholfen."