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Smaragd-Engel im zweiten Kreis der Hölle

Verfasst: Mi 13. Mai 2026, 20:24
von Hifumi
Ein wenig Überwindung hatte es Hifumi schon gekostet, sich bei Emerald Babes 4 Hire zu registrieren. Aber sie brauchte viel Geld, dringend - der Pflichtverteidiger ihrer neuen Schwester Helen Parker war völlig desinteressiert, und konnte bei ihrem Gespräch nicht einmal die grundlegenden Fakten des Falles wiedergeben, ohne umständlich in seiner Papierakte zu suchen. Und für ein Mädchen wie Hifumi, ohne Arbeitserlaubnis, ohne vermarktbare Fähigkeiten, gab es nicht viele Möglichkeiten schnell viel Geld aufzutreiben. Außer sie war eine ehrlose Schlampe und Dirne - und so tief war Hifumi ohnehin schon gesunken, was machte es da noch aus wenn sie sich nicht nur dafür bezahlen ließ, sich anschauen zu lassen, sondern auch dafür angefasst zu werden?

HINA - Dieses zarte Blümchen ist den ganzen Weg aus dem fernen Nippon angereist, um endlich eine feste Hand zu finden, die sie streng führt. Dafür verzehrt sie sich auch geradezu danach, ihrem Herrn zu dienen. Sie liebt es, sich zu verkleiden und ihn unterschiedlichste Rollen zu schlüpfen, vom Schulmädchen über die Prinzessin bis hin zur Zofe, um ihrem Meister eine Freude zu machen. Hina begibt sich auch gerne in die Hände einer Herrin, um von ihr zu lernen.

Auf den letzten Satz hatte Hifumi bestehen müssen - bei EH4H kannte man sein Klientel, überwiegend einsame Herren die etwas für eine Nacht suchten.

Aber nicht nur. Ihr erster Einsatz war es gewesen, während eines Dinners einen älteren japanischen Geschäftsmannes zu begleiten. Ein hübsches Püppchen, eine Armzierde wie eine teure Armbanduhr, und genau wie eine solche wurde sie nach ihrem Einsatz wieder in die Schatulle verbannt. Immerhin, das Essen war mindestens genauso vorzüglich wie der Lohn.

Nun also stand sie da in den Katakomben des 2nd Circle. Die Dienstmädchen"uniform", die man ihr zugeteilt hatte, war nur noch mit viel Fantasie als solche erkennbar. Im wesentlichen reduziert auf weißes Häubchen und Schürzchen, mit einem schwarzen BH der ihre schmale Büste mehr hervorhob als verbarg. Das grüne Plastikarmband wies sie als frei verfügbar aus, das lila Armband als bisexuell, und die Position am rechten Armband als submissiv. Ein schwarzes Armband war ihr ins Strumpfband gesteckt worden - etwas das sie anstecken sollte, wenn sie zu erschöpft war. Die Veranstalter der Party legten viel Wert auf Konsens, selbst für eine Käufliche wie 'Hina'.

Sie balancierte Tabletts mit Sektgläsern und Fingerfood durch die Menge, und was für eine absonderliche Menge es war. Sie sah Vinyl, Leder, Nieten, Ketten, sogar vereinzelt Hundeleinen und noch viel degeneriertere Dinge, die die verklemmte Betschwester vor zwei Jahren noch puterrot in den Boden hätten versinken lassen.
Aber noch mehr als Dinge zu sehen, fühlte sie sie - Hände, die ihr in den Hintern kniffen oder über ihre Brüste strichen, denen sie doppelt hiflos ausgeliefert war durch die Rolle, die sie spielte, und die beiden Tabletts die sie balancierte.

Sie redete sich ein, dass sie das nur das Geldes wegen tat, nur solange bis ihre neue Schwester freigesprochen war - aber Hifumi fühlte sich erstaunlich wohl in dieser Rolle, in dieser Umgebung, in der sie von sich selbst als Schlampe dachte und auch jeder andere von ihr als Schlampe dachte. Es war ihr Dharma, eine moderne Shirabyoshi zu sein - wie die Tänzerinnen des Kamakura-Hofes, freizügig und liederlich, aber sich in den Dienst des Lotus-Sutras stellend. Wenn Nichiren die Straßen von Kamakura als seine Schlachtfelder betrachten konnte, und seine Predigten als seine Waffen - konnte Hifumi da nicht das Justizsystem als ihr Schlachtfeld betrachten, und ihre Reize als ihre Waffen?

Ein kräftiger Kaukasier, nur bekleidet mit einer Fliege, winkte sie heran, und sie musste unwillkürlich lächeln als er ihre Tabletts beiseite stellte und sie heranzog.
Wenn man nicht ständig von der Angst im Hinterkopf gelähmt war, in eine Ehe und eine ungewollte Rolle als Mutter gezwungen zu werden - dann hatten auch Männer ihre Vorzüge, das hatte Hifumi bei ihren Gehversuchen mittlerweile gelernt.