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Nachbeben [Liam, Masamune]
Verfasst: Mi 22. Jul 2026, 17:23
von Liam Carpenter
Die Adresse die Liam mit Masamune geteilt hatte lag an der Westbank des Duwamish Rivers mitten im Industriegebiet. Er hatte seinen Pick-up an der Straße geparkt und wartete neben dem Tor der ihnen Zugang zum Gelände des Duwamish Shipyard ermöglichen würde. Einem ehemaligen Werftgelände das heutzutage hauptsächlich zur Containerlagerung genutzt wurde.
Das Konzil lag erst wenige Tage zurück und er hatte die Ereignisse noch immer nicht wirklich vollständig eingeordnet und verarbeitet. Johns Mörder war nicht gefasst. Aber zumindest war das Thema jetzt wieder in allen Traditionen präsent und eine Eskalation von Seiten der Garou schien wenigstens für den Moment abgewendet. Das war… etwas. Fortschritt. Vermutlich hätte es schlechter laufen können. Trotzdem hatte der Abend mehr Fragen zurückgelassen als Beantwortet und es brannte ihm unter den Nägeln mit Masamune darüber zu sprechen. Nicht nur über das was passiert war, sondern auch über die Schlussfolgerungen die sich daraus ziehen ließen und in wie weit sie sich weiter involvieren würden.
Re: Nachbeben [Liam, Masamune]
Verfasst: Mi 22. Jul 2026, 22:31
von Masamune
Das Nachbeben in seinem Kopf war noch immer nicht verklungen.
Zu viele Dinge sind passiert - sind nicht passiert.
Vieles wurde gesagt - wurde nicht gesagt.
Einiges wurde beschlossen - wurde nicht beschlossen.
Sie waren dem Täter so nah an der Ferse gewesen. Und nach den Ereignissen beim Konzil, war es umso ärgerlicher, dass er nicht schneller gewesen war. Dann wäre die Anschuldigung nicht im Raum stehen geblieben und durch schlichte Aussagen negiert worden. Wäre er nicht über diese verflixte Kannte im Aufzug gestolpert, hätten Liam und er dem Täter weiter folgen können und vielleicht die fallende Maske gesehen. Und jetzt? Jetzt hatten Sie Nichts - keine weiteren Antworten. Nur Fragen.
Und doch - so schien es - hatte der Angreifer seinen Plan verändert. Es war bislang niemand gestorben. Zumindest hatte man nicht davon gehört. Und letztlich hatte Yubilèe sowas wie... Bewegung in die Sache gebracht. Aber konnte man ihr trauen? Konnte man irgendjemanden in der Runde trauen? Laut den Garou wurde nicht gelogen. Aber, was wenn derjenige unter ihnen gewesen war und einfach Nichts sagte? Oder keine unwahren Aussagen getroffen hatte? Selbst seine Anschuldigung hatte nicht die gehoffte Wirkung gebracht - was wohl an dem Auftauchen von Yubilèe gelegen hatte.
Masamune ärgerte sich, während er die Straße im Hafen entlang ging.
Nachdenklich.
Dann erblickte er Liam und beschleunigte seinen Gang etwas. Bei ihm angekommen, verneigte sich der Samurai. Höflich. Vielleicht etwas distanziert.
"Guten Abend, Liam-san. Wie geht es dir?"
Re: Nachbeben [Liam, Masamune]
Verfasst: So 26. Jul 2026, 18:42
von Liam Carpenter
„Hey. Schön, dass du Zeit hattest.“
Das Lächeln auf Liams Gesicht gelang etwas unsicher. Nicht distanziert. Es schien viel mehr so als sei er sich gerade nicht ganz sicher in wie fern das Konzil die Beziehung zwischen ihnen beeinflusst hatte.
„Ach naja… im Stress irgendwie. Mein Mitbewohner zieht aus und ich bin gerade auf der Suche nach einer anderen Bleibe. Deswegen sind wir hier. Also ich bin hier und ich dachte du hast vielleicht Lust mich zu begleiten.“
Er nahm den Schlüssel aus der Tasche und öffnete das Vorhängeschloss das die Kette zusammenhielt und zog das Tor auf.
„Und ehrlicherweise hängt mir das Konzil auch noch ein bisschen nach. Sogar… mehr als ein bisschen. Und wie gehts dir?“
Re: Nachbeben [Liam, Masamune]
Verfasst: So 26. Jul 2026, 21:11
von Masamune
Der Samurai hob eine Braue und blickte durch den Zaun auf das Gelände dahinter.
"Du suchst eine Wohnung? Hier?"
Seine Augen wanderten zu Liam.
"Wie kurzfristig musst du ausziehen? Wenn du willst kannst du im Dojo schlafen, bis du etwas... gefunden hast."
Auf der anderen Seite: War ein Hafen wirklich so viel schlechter, als ein alter Supermarkt? Masamune grinste. Ein Grinsen, dass verstarb, als Liam das Konzil ansprach. Der Japaner schwieg und folgte ihm auf das Gelände.
Sekunden vergingen. Dann seufzte er. "Wir hatten ihn, Liam. Ich war so sehr auf ihn fokussiert, dass ich meine Umwelt aus dem Blick verloren habe. Und dann... war ich zu langsam. Wir waren so nahe dran ihn dem Konzil vor die Füße zu werfen. Und jetzt? Ich fühle mich an der Nase herum geführt: Alles, was wir gesehen haben... war geplant gewesen. Und wir sind drauf reingefallen. Kein Angriff... kein Täter... Nichts... wir sind wieder am Anfang."
Er schüttelte den Kopf.
"Ich weiß nicht, ob ich mit meiner Anschuldigung gegen Gambit nicht vielleicht doch recht habe. Nur weil Alle ihm trauen... die Nephandi sind Meister der Täuschung sagen sie. Vielleicht hat er sie alle getäuscht?"
Ein Schnaufen voller Frust folgte.
"Yubilée sagt sie sei Jägerin. Sie wäre hier, um Nephandi zu jagen. Aber... sie sagte das erst nachdem wir die Nephandi aufgedeckt haben. Zu spät, um ihr wirklich glauben zu können."
Seine Augen wanderten zum Wasser. Dann zu Liam.
"Jeder... von uns, der am Konzil beteiligt war... und jeder der es nicht war... könnte der Angreifer sein... oder seine Herrin. Absolut jeder... ... außer dir."
Re: Nachbeben [Liam, Masamune]
Verfasst: Mi 26. Aug 2026, 16:28
von Liam Carpenter
„Naja nicht direkt ne Wohnung. Ich zeigs dir gleich.“
Er hielt das Tor für Masamune auf und zog es hinter ihnen beiden wieder zu, bevor er die Kette lose wieder durch den Maschendraht zog.
„Ich habs auch noch nicht in Natura gesehen.“
Der Weg zur Kaimauer führte sie an ein paar alten Lagerhallen vorbei zwischen denen diverse Seefrachtcontainer darauf warteten befüllt oder abgeholt zu werden.
„Das ist super nett von dir, aber ich hab noch ein bisschen Zeit. Wirklich raus muss ich erst Ende September.“
Ein Seufzen fand den Weg über seine Lippen. Ein Echo von Masamunes Frustration die er mehr als gut nachvollziehen konnte.
„Wir sind FAST wieder am Anfang. Wenn wir davon ausgehen, dass es stimmt und in Anwesenheit der Ältesten Niemand im Raum gelogen hat, dann ist Yubilee nicht unsere Täterin, sondern vielleicht eine Verbündete. Und auch Magnus scheidet aus. Zumindest kann er dann nicht die Person sein die wir an der Space Needle getroffen haben. Er hat aktiv verneint uns je begegnet zu sein. Gegen wir also einmal davon aus, dass alles was im Raum gesprochen wurde die Wahrheit war: Wo stehen wir dann?“
An der Kaimauer angekommen führte eine Wassertreppe hinab zu einem Schwimmponton an dem zwei leere Schuten und ein Motorboot vertäut lagen. Alle drei bereits deutlich in die Jahre gekommen. Liam lenkte Masamunes Blick mit einer Geste hinüber zu besagtem Motorboot.
„Da ist sie. Die Elda. Vielleicht… mit ein bisschen Liebe und viel Arbeit demnächst mein neues zu Hause.“
Er hob die Hand mit erhobenem Zeigefinger.
„Sags nicht! Ich weiß… sie ist… ein bisschen vernachlässigt worden. Aber der Rumpf ist in vernünftigem Zustand und der Motor soll auch okay sein.“

Re: Nachbeben [Liam, Masamune]
Verfasst: Sa 29. Aug 2026, 21:08
von Masamune
Masamune dachte einen Moment nach über das was Liam sagte; darüber, was er über die Ältesten erwähnte.
"FALLS wir wirklich davon ausgehen können, wissen wir das Magnus nicht dort war. Und das Yubilèe vertrauenswürdig ist. Der Rest hat nicht viel über sich selber gesagt, solange die Ältesten da waren. Das meiste hat ohnehin Rudolpho gesagt... und der hat nur Magnus in Schutz genommen. Dinge aufgelistet, wie man uns getäuscht haben könnte... Nichts, was ihn in Bedrängnis gebracht hat. Wir wissen also nicht, ob einer der Beiden nicht doch dort war. Immerhin hat es keinen Anschlag gegeben."
Masamunes Augen weiteten sich, als er das Schiff sah.
"Ich bin mir nicht sicher, was schlimmer aussieht: Das Schiff oder der Supermarkt, bevor ich mein Dojo aufgebaut habe." Er schmunzelte leicht, war froh über den Moment der Ablenkung.
"Ich schätze du brauchst ein paar Hände, die anpacken, damit aus dem Wrack ein Zuhause wird? Ich werde da sein, wenn es meine Zeit erlaubt."
Ganz offensichtlich war Masamune nicht wütend auf Liam, weil dieser gegen ihn gesprochen hatte auf dem Konzil. Ein Gedanke, der ihn wieder in das Loch stürzte. Masamune seufzte und ballte die Hände. "Salish hat es geschafft mein inneres Gleichgewicht zu zerbrechen... Oder vielmehr diese ganze Sache. Ich habe Meron enttäuscht... mehrfach... eigentlich war ich bei ihr, um mit ihr über das Konzil zu reden und ihr von... einem Ereignis mit meinen Avatar zu berichten... aber... da wurde Nichts draus."