Hifumi zuckte die Schultern. "Meine Religion kennt keine ewige Verdammnis. Selbst die buddhistischen Höllen unterliegen dem Zyklus der Wiedergeburt und bieten neue Chancen - auch wenn es dort sehr schwer ist, gutes Karma zu sammeln, und die Qualen sich wie Äonen anfühlen."
Sie geriet in Fahrt - religiöser Fervor und religiöse Arbeit, das war immer noch ein wichtiger Teil ihres Lebens, trotz der Dissonanzen zwischen ihrem inneren Wesen und den Regeln ihrer Religionsgemeinschaft.
"Abgesehen davon könnte ich meinen Probandinnen nicht helfen, wenn ich sie von oben herab mit erhobenem Zeigefinger runterputzen würde. Das würde ihnen nicht nur nicht helfen, sie würden sofort zu machen und mich nicht an sie heranlassen.
Es ist wichtig, sie zuallererst als Menschinnen zu behandeln - weil das sonst niemand im Gefängnissystem tut. Ihre Probleme und Nöte ernst zu nehmen, und selbst wenn ich ihnen nicht helfen kann, das Gefühl zu geben: Du wirst wahrgenommen. Du wirst ernst genommen. Ich höre dich und stehe auf deiner Seite."
Sie lächelte einen Moment. "Wobei ich oft Wege finde, zu helfen.
Sehr viele Insassinnen sind beispielsweise mangelernährt, und es zieht sie in allen Bereichen runter - gesundheitlich, psychisch, es raubt ihnen die Energie und Lebensqualität.
Die Wärter akzeptieren mittlerweile, dass das Segnen und Teilen von Mahlzeiten zu meiner Religion gehört - vegetarische Mahlzeiten nach den Geboten meines Glaubens, reich an wertvollem Gemüse. Da, hm" - sie sah sich verstohlen um - "erscheint es ihnen auch glaubwürdig, dass es meinen Probandinnen nach meinen Chants und Gebeten besser geht, kein Wunder bei solchen Vitaminbomben im Kontrast zu den hohlen Kalorien des Slops, den sie sonst verabreicht kriegen."
Auch das andere Thema nahm sie freudig auf.
"Heather hatte mich im Wildrose aufgegabelt. Sie und ihre Partnerin, sie konnten jemanden wie mich gebrauchen - eine hübsche Gespielin, naiv und unschuldig, aber willig und anspruchslos genug, um sich bei einem Dreier entjungfern zu lassen." Sie kicherte etwas mädchenhaft. "Ich kenne die beiden sonst kaum, und weiß nicht einmal wie Heathers Partnerin heißt. War trotzdem voll schön, sie haben auch voll Rücksicht auf meine fehlende Erfahrung genommen, und sich nicht lustig darüber gemacht dass ich noch ein unverkaufter Weihnachtskuchen war oder so."
Sie seufzte.
"Ich wünschte, meine Schwestern wären auch offen für solche Erlebnisse... Wobei, eine hat mir neulich eröffnet dass sie auch nicht so ganz reinpasst, in das Rollenmodell des traditionellen Eheweibs. Die Bücher, die du mir damals empfohlen hast - ich denke, sie haben ihr sehr weitergeholfen."
Die Rückkehr an Königin Annes Hof [Liam, Hifumi]
Re: Die Rückkehr an Königin Annes Hof [Liam, Hifumi]
"Auf jeden Winter wird unweigerlich ein Frühling folgen."
- Nichiren
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- Liam Carpenter
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- Registriert: Fr 14. Mär 2025, 19:48
Re: Die Rückkehr an Königin Annes Hof [Liam, Hifumi]
„Clever.“, antwortete er. Sie schien einen Weg gefunden zu haben das Beste aus den unmenschlichen Bedingungen des amerikanischen Gefängnissystems zu machen und das imponierte ihm mindestens genau so sehr wie ihr Wille sich dem auszusetzen.
Es war schön zu sehen wie offen Hifumi mittlerweile über ihre Bekanntschaften und Erlebnisse sprach. Wie viel glücklicher und selbstbewusster sie wirkte.
„Naja so wie du dir nicht vorstellen kannst mit einem Mann auszugehen oder einen zu heiraten können sich viele deiner Schwestern vielleicht nicht vorstellen mit einer Frau intim zu werden. Und das ist genauso wenig falsch.“
Auch wenn er natürlich verstehen konnte, dass sie sich über Jemand gleichgesinnten in ihrem engen Umfeld freuen würde.
„Ich könnte mir eine spontane Nacht zu Dritt für mich auch nicht vorstellen.“
Nicht, weil er dafür zu konservativ war. Er hatte da keine vorbehalte und gönnte jedem die Erfahrung. Er brauchte einfach sehr viel persönliche Verbindung und Vertrauen um überhaupt mit jemandem intim sein zu können.
„Es freut mich total dass ich dir… oder besser euch… damit weiterhelfen konnte. Ich würde mich übrigens freuen deine Schwestern mal kennenzulernen.“
Bisher waren sie für ihn kaum mehr als ein namenloses Kollektiv.
Es war schön zu sehen wie offen Hifumi mittlerweile über ihre Bekanntschaften und Erlebnisse sprach. Wie viel glücklicher und selbstbewusster sie wirkte.
„Naja so wie du dir nicht vorstellen kannst mit einem Mann auszugehen oder einen zu heiraten können sich viele deiner Schwestern vielleicht nicht vorstellen mit einer Frau intim zu werden. Und das ist genauso wenig falsch.“
Auch wenn er natürlich verstehen konnte, dass sie sich über Jemand gleichgesinnten in ihrem engen Umfeld freuen würde.
„Ich könnte mir eine spontane Nacht zu Dritt für mich auch nicht vorstellen.“
Nicht, weil er dafür zu konservativ war. Er hatte da keine vorbehalte und gönnte jedem die Erfahrung. Er brauchte einfach sehr viel persönliche Verbindung und Vertrauen um überhaupt mit jemandem intim sein zu können.
„Es freut mich total dass ich dir… oder besser euch… damit weiterhelfen konnte. Ich würde mich übrigens freuen deine Schwestern mal kennenzulernen.“
Bisher waren sie für ihn kaum mehr als ein namenloses Kollektiv.
Re: Die Rückkehr an Königin Annes Hof [Liam, Hifumi]
"Naja, inzwischen kann ich es mir immer besser vorstellen, auch mal mit einem Mann zusammenzukommen. Einfach weil es so schwer ist, andere Mädchen zu finden, die meine Vorlieben teilen.
Meine Angst, die war da eher vor den Folgen - geschwängert und in ein Dasein als Hausfrau gezwungen zu werden. Wenn ich stattdessen selbstbestimmt sein kann... Naja, vielleicht ist es dann doch was für mich." Hifumi zuckte die Schultern und lachte nervös auf. "Ich befürchte ich bin schrecklich kompliziert. Aber ich muss mich noch ausprobieren, muss noch vieles nachholen was ich nie durfte. Noch ein Grund, dass ich mich im Moment einfach zu unreif für was ernstes und festes fühle."
Ihr Blick wurde einen Moment ernster.
"Religion wäre mir auch sehr wichtig in einer Beziehung, ein sehr wichtiger Punkt um mich verbunden zu fühlen. So wie mit meinen Schwestern. Wenn eine von ihnen meine Neigungen teilen würde, es wäre so viel einfacher." Sie seufzte. "Ich habe ehrlich gesagt schon mit dem Gedanken gespielt, meine Autorität zu nutzen, oder auf Magick zurückzugreifen... Aber das wäre einfach falsch. Und es würde mich auch nicht glücklich machen, eine unwillige Partnerin zu haben die sich nur aus Angst fügt, oder weil ihre Gefühle und Gedanken verdreht wurden zu einer ganz anderen Person."
Der Wunsch, ihre Schwestern kennenzulernen, überraschte Hifumi.
"Naja, die meiste Zeit sind wir Mädels unter uns, und fühlen uns auch wohler so. Es ist einfach eine ganz andere Dynamik, wenn Mädels unter sich sein können. Das heißt..." - sie nestelte einen Moment an ihrer Gebetsperlenkette, die sie auch im Wasser anbehielt - "...sonntags essen wir gerne auswärts und erkunden die japanischen Restaurants. Da sind wir sowieso in der Öffentlichkeit. Falls es dir nichts ausmacht, von einem Haufen Vegetarierinnen umringt zu sein? Wir nehmen nämlich nicht unnötig Leben, da müsstest du dich schon uns anpassen wenn du einen guten Eindruck machen willst."
Meine Angst, die war da eher vor den Folgen - geschwängert und in ein Dasein als Hausfrau gezwungen zu werden. Wenn ich stattdessen selbstbestimmt sein kann... Naja, vielleicht ist es dann doch was für mich." Hifumi zuckte die Schultern und lachte nervös auf. "Ich befürchte ich bin schrecklich kompliziert. Aber ich muss mich noch ausprobieren, muss noch vieles nachholen was ich nie durfte. Noch ein Grund, dass ich mich im Moment einfach zu unreif für was ernstes und festes fühle."
Ihr Blick wurde einen Moment ernster.
"Religion wäre mir auch sehr wichtig in einer Beziehung, ein sehr wichtiger Punkt um mich verbunden zu fühlen. So wie mit meinen Schwestern. Wenn eine von ihnen meine Neigungen teilen würde, es wäre so viel einfacher." Sie seufzte. "Ich habe ehrlich gesagt schon mit dem Gedanken gespielt, meine Autorität zu nutzen, oder auf Magick zurückzugreifen... Aber das wäre einfach falsch. Und es würde mich auch nicht glücklich machen, eine unwillige Partnerin zu haben die sich nur aus Angst fügt, oder weil ihre Gefühle und Gedanken verdreht wurden zu einer ganz anderen Person."
Der Wunsch, ihre Schwestern kennenzulernen, überraschte Hifumi.
"Naja, die meiste Zeit sind wir Mädels unter uns, und fühlen uns auch wohler so. Es ist einfach eine ganz andere Dynamik, wenn Mädels unter sich sein können. Das heißt..." - sie nestelte einen Moment an ihrer Gebetsperlenkette, die sie auch im Wasser anbehielt - "...sonntags essen wir gerne auswärts und erkunden die japanischen Restaurants. Da sind wir sowieso in der Öffentlichkeit. Falls es dir nichts ausmacht, von einem Haufen Vegetarierinnen umringt zu sein? Wir nehmen nämlich nicht unnötig Leben, da müsstest du dich schon uns anpassen wenn du einen guten Eindruck machen willst."
"Auf jeden Winter wird unweigerlich ein Frühling folgen."
- Nichiren
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