Die Rückkehr an Königin Annes Hof [Liam, Hifumi]
Re: Die Rückkehr an Königin Annes Hof [Liam, Hifumi]
Hifumi zuckte die Schultern. "Meine Religion kennt keine ewige Verdammnis. Selbst die buddhistischen Höllen unterliegen dem Zyklus der Wiedergeburt und bieten neue Chancen - auch wenn es dort sehr schwer ist, gutes Karma zu sammeln, und die Qualen sich wie Äonen anfühlen."
Sie geriet in Fahrt - religiöser Fervor und religiöse Arbeit, das war immer noch ein wichtiger Teil ihres Lebens, trotz der Dissonanzen zwischen ihrem inneren Wesen und den Regeln ihrer Religionsgemeinschaft.
"Abgesehen davon könnte ich meinen Probandinnen nicht helfen, wenn ich sie von oben herab mit erhobenem Zeigefinger runterputzen würde. Das würde ihnen nicht nur nicht helfen, sie würden sofort zu machen und mich nicht an sie heranlassen.
Es ist wichtig, sie zuallererst als Menschinnen zu behandeln - weil das sonst niemand im Gefängnissystem tut. Ihre Probleme und Nöte ernst zu nehmen, und selbst wenn ich ihnen nicht helfen kann, das Gefühl zu geben: Du wirst wahrgenommen. Du wirst ernst genommen. Ich höre dich und stehe auf deiner Seite."
Sie lächelte einen Moment. "Wobei ich oft Wege finde, zu helfen.
Sehr viele Insassinnen sind beispielsweise mangelernährt, und es zieht sie in allen Bereichen runter - gesundheitlich, psychisch, es raubt ihnen die Energie und Lebensqualität.
Die Wärter akzeptieren mittlerweile, dass das Segnen und Teilen von Mahlzeiten zu meiner Religion gehört - vegetarische Mahlzeiten nach den Geboten meines Glaubens, reich an wertvollem Gemüse. Da, hm" - sie sah sich verstohlen um - "erscheint es ihnen auch glaubwürdig, dass es meinen Probandinnen nach meinen Chants und Gebeten besser geht, kein Wunder bei solchen Vitaminbomben im Kontrast zu den hohlen Kalorien des Slops, den sie sonst verabreicht kriegen."
Auch das andere Thema nahm sie freudig auf.
"Heather hatte mich im Wildrose aufgegabelt. Sie und ihre Partnerin, sie konnten jemanden wie mich gebrauchen - eine hübsche Gespielin, naiv und unschuldig, aber willig und anspruchslos genug, um sich bei einem Dreier entjungfern zu lassen." Sie kicherte etwas mädchenhaft. "Ich kenne die beiden sonst kaum, und weiß nicht einmal wie Heathers Partnerin heißt. War trotzdem voll schön, sie haben auch voll Rücksicht auf meine fehlende Erfahrung genommen, und sich nicht lustig darüber gemacht dass ich noch ein unverkaufter Weihnachtskuchen war oder so."
Sie seufzte.
"Ich wünschte, meine Schwestern wären auch offen für solche Erlebnisse... Wobei, eine hat mir neulich eröffnet dass sie auch nicht so ganz reinpasst, in das Rollenmodell des traditionellen Eheweibs. Die Bücher, die du mir damals empfohlen hast - ich denke, sie haben ihr sehr weitergeholfen."
Sie geriet in Fahrt - religiöser Fervor und religiöse Arbeit, das war immer noch ein wichtiger Teil ihres Lebens, trotz der Dissonanzen zwischen ihrem inneren Wesen und den Regeln ihrer Religionsgemeinschaft.
"Abgesehen davon könnte ich meinen Probandinnen nicht helfen, wenn ich sie von oben herab mit erhobenem Zeigefinger runterputzen würde. Das würde ihnen nicht nur nicht helfen, sie würden sofort zu machen und mich nicht an sie heranlassen.
Es ist wichtig, sie zuallererst als Menschinnen zu behandeln - weil das sonst niemand im Gefängnissystem tut. Ihre Probleme und Nöte ernst zu nehmen, und selbst wenn ich ihnen nicht helfen kann, das Gefühl zu geben: Du wirst wahrgenommen. Du wirst ernst genommen. Ich höre dich und stehe auf deiner Seite."
Sie lächelte einen Moment. "Wobei ich oft Wege finde, zu helfen.
Sehr viele Insassinnen sind beispielsweise mangelernährt, und es zieht sie in allen Bereichen runter - gesundheitlich, psychisch, es raubt ihnen die Energie und Lebensqualität.
Die Wärter akzeptieren mittlerweile, dass das Segnen und Teilen von Mahlzeiten zu meiner Religion gehört - vegetarische Mahlzeiten nach den Geboten meines Glaubens, reich an wertvollem Gemüse. Da, hm" - sie sah sich verstohlen um - "erscheint es ihnen auch glaubwürdig, dass es meinen Probandinnen nach meinen Chants und Gebeten besser geht, kein Wunder bei solchen Vitaminbomben im Kontrast zu den hohlen Kalorien des Slops, den sie sonst verabreicht kriegen."
Auch das andere Thema nahm sie freudig auf.
"Heather hatte mich im Wildrose aufgegabelt. Sie und ihre Partnerin, sie konnten jemanden wie mich gebrauchen - eine hübsche Gespielin, naiv und unschuldig, aber willig und anspruchslos genug, um sich bei einem Dreier entjungfern zu lassen." Sie kicherte etwas mädchenhaft. "Ich kenne die beiden sonst kaum, und weiß nicht einmal wie Heathers Partnerin heißt. War trotzdem voll schön, sie haben auch voll Rücksicht auf meine fehlende Erfahrung genommen, und sich nicht lustig darüber gemacht dass ich noch ein unverkaufter Weihnachtskuchen war oder so."
Sie seufzte.
"Ich wünschte, meine Schwestern wären auch offen für solche Erlebnisse... Wobei, eine hat mir neulich eröffnet dass sie auch nicht so ganz reinpasst, in das Rollenmodell des traditionellen Eheweibs. Die Bücher, die du mir damals empfohlen hast - ich denke, sie haben ihr sehr weitergeholfen."
"Auf jeden Winter wird unweigerlich ein Frühling folgen."
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Re: Die Rückkehr an Königin Annes Hof [Liam, Hifumi]
„Clever.“, antwortete er. Sie schien einen Weg gefunden zu haben das Beste aus den unmenschlichen Bedingungen des amerikanischen Gefängnissystems zu machen und das imponierte ihm mindestens genau so sehr wie ihr Wille sich dem auszusetzen.
Es war schön zu sehen wie offen Hifumi mittlerweile über ihre Bekanntschaften und Erlebnisse sprach. Wie viel glücklicher und selbstbewusster sie wirkte.
„Naja so wie du dir nicht vorstellen kannst mit einem Mann auszugehen oder einen zu heiraten können sich viele deiner Schwestern vielleicht nicht vorstellen mit einer Frau intim zu werden. Und das ist genauso wenig falsch.“
Auch wenn er natürlich verstehen konnte, dass sie sich über Jemand gleichgesinnten in ihrem engen Umfeld freuen würde.
„Ich könnte mir eine spontane Nacht zu Dritt für mich auch nicht vorstellen.“
Nicht, weil er dafür zu konservativ war. Er hatte da keine vorbehalte und gönnte jedem die Erfahrung. Er brauchte einfach sehr viel persönliche Verbindung und Vertrauen um überhaupt mit jemandem intim sein zu können.
„Es freut mich total dass ich dir… oder besser euch… damit weiterhelfen konnte. Ich würde mich übrigens freuen deine Schwestern mal kennenzulernen.“
Bisher waren sie für ihn kaum mehr als ein namenloses Kollektiv.
Es war schön zu sehen wie offen Hifumi mittlerweile über ihre Bekanntschaften und Erlebnisse sprach. Wie viel glücklicher und selbstbewusster sie wirkte.
„Naja so wie du dir nicht vorstellen kannst mit einem Mann auszugehen oder einen zu heiraten können sich viele deiner Schwestern vielleicht nicht vorstellen mit einer Frau intim zu werden. Und das ist genauso wenig falsch.“
Auch wenn er natürlich verstehen konnte, dass sie sich über Jemand gleichgesinnten in ihrem engen Umfeld freuen würde.
„Ich könnte mir eine spontane Nacht zu Dritt für mich auch nicht vorstellen.“
Nicht, weil er dafür zu konservativ war. Er hatte da keine vorbehalte und gönnte jedem die Erfahrung. Er brauchte einfach sehr viel persönliche Verbindung und Vertrauen um überhaupt mit jemandem intim sein zu können.
„Es freut mich total dass ich dir… oder besser euch… damit weiterhelfen konnte. Ich würde mich übrigens freuen deine Schwestern mal kennenzulernen.“
Bisher waren sie für ihn kaum mehr als ein namenloses Kollektiv.
Re: Die Rückkehr an Königin Annes Hof [Liam, Hifumi]
"Naja, inzwischen kann ich es mir immer besser vorstellen, auch mal mit einem Mann zusammenzukommen. Einfach weil es so schwer ist, andere Mädchen zu finden, die meine Vorlieben teilen.
Meine Angst, die war da eher vor den Folgen - geschwängert und in ein Dasein als Hausfrau gezwungen zu werden. Wenn ich stattdessen selbstbestimmt sein kann... Naja, vielleicht ist es dann doch was für mich." Hifumi zuckte die Schultern und lachte nervös auf. "Ich befürchte ich bin schrecklich kompliziert. Aber ich muss mich noch ausprobieren, muss noch vieles nachholen was ich nie durfte. Noch ein Grund, dass ich mich im Moment einfach zu unreif für was ernstes und festes fühle."
Ihr Blick wurde einen Moment ernster.
"Religion wäre mir auch sehr wichtig in einer Beziehung, ein sehr wichtiger Punkt um mich verbunden zu fühlen. So wie mit meinen Schwestern. Wenn eine von ihnen meine Neigungen teilen würde, es wäre so viel einfacher." Sie seufzte. "Ich habe ehrlich gesagt schon mit dem Gedanken gespielt, meine Autorität zu nutzen, oder auf Magick zurückzugreifen... Aber das wäre einfach falsch. Und es würde mich auch nicht glücklich machen, eine unwillige Partnerin zu haben die sich nur aus Angst fügt, oder weil ihre Gefühle und Gedanken verdreht wurden zu einer ganz anderen Person."
Der Wunsch, ihre Schwestern kennenzulernen, überraschte Hifumi.
"Naja, die meiste Zeit sind wir Mädels unter uns, und fühlen uns auch wohler so. Es ist einfach eine ganz andere Dynamik, wenn Mädels unter sich sein können. Das heißt..." - sie nestelte einen Moment an ihrer Gebetsperlenkette, die sie auch im Wasser anbehielt - "...sonntags essen wir gerne auswärts und erkunden die japanischen Restaurants. Da sind wir sowieso in der Öffentlichkeit. Falls es dir nichts ausmacht, von einem Haufen Vegetarierinnen umringt zu sein? Wir nehmen nämlich nicht unnötig Leben, da müsstest du dich schon uns anpassen wenn du einen guten Eindruck machen willst."
Meine Angst, die war da eher vor den Folgen - geschwängert und in ein Dasein als Hausfrau gezwungen zu werden. Wenn ich stattdessen selbstbestimmt sein kann... Naja, vielleicht ist es dann doch was für mich." Hifumi zuckte die Schultern und lachte nervös auf. "Ich befürchte ich bin schrecklich kompliziert. Aber ich muss mich noch ausprobieren, muss noch vieles nachholen was ich nie durfte. Noch ein Grund, dass ich mich im Moment einfach zu unreif für was ernstes und festes fühle."
Ihr Blick wurde einen Moment ernster.
"Religion wäre mir auch sehr wichtig in einer Beziehung, ein sehr wichtiger Punkt um mich verbunden zu fühlen. So wie mit meinen Schwestern. Wenn eine von ihnen meine Neigungen teilen würde, es wäre so viel einfacher." Sie seufzte. "Ich habe ehrlich gesagt schon mit dem Gedanken gespielt, meine Autorität zu nutzen, oder auf Magick zurückzugreifen... Aber das wäre einfach falsch. Und es würde mich auch nicht glücklich machen, eine unwillige Partnerin zu haben die sich nur aus Angst fügt, oder weil ihre Gefühle und Gedanken verdreht wurden zu einer ganz anderen Person."
Der Wunsch, ihre Schwestern kennenzulernen, überraschte Hifumi.
"Naja, die meiste Zeit sind wir Mädels unter uns, und fühlen uns auch wohler so. Es ist einfach eine ganz andere Dynamik, wenn Mädels unter sich sein können. Das heißt..." - sie nestelte einen Moment an ihrer Gebetsperlenkette, die sie auch im Wasser anbehielt - "...sonntags essen wir gerne auswärts und erkunden die japanischen Restaurants. Da sind wir sowieso in der Öffentlichkeit. Falls es dir nichts ausmacht, von einem Haufen Vegetarierinnen umringt zu sein? Wir nehmen nämlich nicht unnötig Leben, da müsstest du dich schon uns anpassen wenn du einen guten Eindruck machen willst."
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Re: Die Rückkehr an Königin Annes Hof [Liam, Hifumi]
Liams Lächeln drückte Verständnis aus. Auch wenn ihre Situation nicht wirklich vergleichbar war konnte er trotzdem ein bisschen von dem verwirrten Teenager in ihr sehen der er mal gewesen war.
„Ich glaube das ist für die meisten von uns auf die ein oder andere Art kompliziert. Nicht mal heterosexuelle Menschen wissen immer ganz genau was sie eigentlich wollen.“
Das war kein Problem mit dem sich nur queere Menschen herumschlagen mussten. Auch wenn die gesellschaftlichen Zwänge es für jemanden wie sie oder ihn sicher schwieriger machten. Aber das traf auch auf andere Leute zu die irgendwie in ihren sexuellen Interessen von der Norm abwichen. Auch Fetische, egal wie unproblematisch, guckte man häufig schräg an.
Das Hifumi darüber nachgedacht hatte sich ihrer Magick, Autorität oder generell irgendeiner Art von Druck zu bedienen schockierte ihn sehr und hinterließ einen deutlichen Kratzer in dem guten Eindruck den er von ihr hatte. Die Gefühle und Bedürfnisses eines anderen Menschen, selbst eines Fremden zu manipulieren, lag ihm so fern wie es nur sein konnte. Und sie sprach nicht einmal über Fremde, sondern über Freundinnen.
Da sie von alleine davor zurückgeschreckt war ließ er das Thema links liegen. Er hatte nichts Positives dazu zu sagen.
„Ich lebe vegan. Ich schätze das dürfte die Kriterien erfüllen.“, griff er stattdessen ein mögliches gemeinsames Essen wieder auf.
„Ich hab allerdings gar keine Ahnung von japanischer Küche. Und ich kann auch nicht mit Stäbchen umgehen.“
„Ich glaube das ist für die meisten von uns auf die ein oder andere Art kompliziert. Nicht mal heterosexuelle Menschen wissen immer ganz genau was sie eigentlich wollen.“
Das war kein Problem mit dem sich nur queere Menschen herumschlagen mussten. Auch wenn die gesellschaftlichen Zwänge es für jemanden wie sie oder ihn sicher schwieriger machten. Aber das traf auch auf andere Leute zu die irgendwie in ihren sexuellen Interessen von der Norm abwichen. Auch Fetische, egal wie unproblematisch, guckte man häufig schräg an.
Das Hifumi darüber nachgedacht hatte sich ihrer Magick, Autorität oder generell irgendeiner Art von Druck zu bedienen schockierte ihn sehr und hinterließ einen deutlichen Kratzer in dem guten Eindruck den er von ihr hatte. Die Gefühle und Bedürfnisses eines anderen Menschen, selbst eines Fremden zu manipulieren, lag ihm so fern wie es nur sein konnte. Und sie sprach nicht einmal über Fremde, sondern über Freundinnen.
Da sie von alleine davor zurückgeschreckt war ließ er das Thema links liegen. Er hatte nichts Positives dazu zu sagen.
„Ich lebe vegan. Ich schätze das dürfte die Kriterien erfüllen.“, griff er stattdessen ein mögliches gemeinsames Essen wieder auf.
„Ich hab allerdings gar keine Ahnung von japanischer Küche. Und ich kann auch nicht mit Stäbchen umgehen.“
Re: Die Rückkehr an Königin Annes Hof [Liam, Hifumi]
Hifumi ließ die Themen ihres Liebeslebens und ihrer Versuchung der Macht erst einmal liegen, und konzentrierte sich auf das Thema der Ernährung.
"Mach dir keine Sorgen um Eßstäbchen, Liam - hier im Westen erwarten die wenigsten japanischen Restaurants, dass Gäste damit umgehen können, und teilen unaufgefordert westliches Besteck aus. Eßstäbchen sind eher etwas, das man ausdrücklich verlangen muss."
Sie dachte einen Moment nach.
"Was dir als Veganer mehr Kopfzerbrechen bereiten könnte, ist Dashi - die Fischbrühe, die die Grundlage der meisten Gerichte ist. Streng genommen sind ich und meine Schwestern eher Pescetarierinnen als Vegetarierinnen."
Hifumi lachte ein wenig nervös auf.
"Japan hat wenig Ackerland, aber viel Küste. Fisch war ein überlebenswichtiger Teil unserer Küche - und der Buddhismus, mit seinem Respekt vor Tieren als Teil der dreifachen Welt, der ebenso wie Menschen und ruhelose Tote Erleuchtung erfahren konnten, musste sich auf diese Umstände anpassen, um sich verbreiten zu können. So wie er sich an die Bergwelt des Himalaya oder die Steppen der Mongolei anpassen musste, wo tierische Produkte die Lebensgrundlage und pflanzliche Produkte die Ausnahme sind."
Empathisch fügte sie nach:
"Es gibt aber gerade hier in Seattle viele japanische Restaurants, die auf die Bedürfnisse von Veganern Rücksicht nehmen, und eine vegane Alternative für Dashi bereitstellen. Wenn ich davon weiß, kann ich darauf Rücksicht nehmen.
Sonstige Unverträglichkeiten, von denen ich wissen sollte?"
"Mach dir keine Sorgen um Eßstäbchen, Liam - hier im Westen erwarten die wenigsten japanischen Restaurants, dass Gäste damit umgehen können, und teilen unaufgefordert westliches Besteck aus. Eßstäbchen sind eher etwas, das man ausdrücklich verlangen muss."
Sie dachte einen Moment nach.
"Was dir als Veganer mehr Kopfzerbrechen bereiten könnte, ist Dashi - die Fischbrühe, die die Grundlage der meisten Gerichte ist. Streng genommen sind ich und meine Schwestern eher Pescetarierinnen als Vegetarierinnen."
Hifumi lachte ein wenig nervös auf.
"Japan hat wenig Ackerland, aber viel Küste. Fisch war ein überlebenswichtiger Teil unserer Küche - und der Buddhismus, mit seinem Respekt vor Tieren als Teil der dreifachen Welt, der ebenso wie Menschen und ruhelose Tote Erleuchtung erfahren konnten, musste sich auf diese Umstände anpassen, um sich verbreiten zu können. So wie er sich an die Bergwelt des Himalaya oder die Steppen der Mongolei anpassen musste, wo tierische Produkte die Lebensgrundlage und pflanzliche Produkte die Ausnahme sind."
Empathisch fügte sie nach:
"Es gibt aber gerade hier in Seattle viele japanische Restaurants, die auf die Bedürfnisse von Veganern Rücksicht nehmen, und eine vegane Alternative für Dashi bereitstellen. Wenn ich davon weiß, kann ich darauf Rücksicht nehmen.
Sonstige Unverträglichkeiten, von denen ich wissen sollte?"
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Re: Die Rückkehr an Königin Annes Hof [Liam, Hifumi]
„Das ist sehr beruhigend.“, antwortete Liam mit einem schiefen Lächeln.
„Ich bin mir sicher ich werden andere Fettnäpfchen finden in die ich treten kann.“
Essstäbchen war so gewöhnlich. Damit konnte sich hier fast jeder blamieren.
Er konnte den kulturellen Zwiespalt den sie beschrieb durchaus nachvollziehen. Auch viele der traditionellen Stammesgerichte waren Fischgerichte, weil Fisch der Hauptbestandteil der damaligen Küche war. Was er allerdings nicht nachvollziehen konnte war der moralische Spagat. Fische waren in seinen Augen genauso schützenswertes tierisches Leben wie jedes andere. Und mittlerweile war ein Großteil der Welt nicht länger auf Tiere als Nahrungsmittel angewiesen.
„Die meisten traditionellen Duwamishgerichte sind auch Fischgerichte. Ich finde allerdings nur weil etwas schon immer so war oder es früher keine Alternative gab muss es nicht beibehalten werden. Vor allem nicht, wenn es vermeidbares Leid verursacht.“
Er versuchte das so unpersönlich wie möglich zu formulieren um Hifumi nicht direkt anzugreifen. Aber seinen Standpunkt klar zu machen war ihm trotzdem wichtig. Kultur, Religion oder Tradition war für ihn kein Argument um mit seinen persönlichen moralischen Grundsätzen zu brechen.
„Nein, keine Unverträglichkeiten. Da bin ich glücklicherweise verschont geblieben.“
Um die schwere die einen Moment im Raum hing nicht zu schwer wiegen zu lassen ging er zu leichtherzigeren Themen über.
„Was ist dein Lieblingsgericht aus der traditionellen japanischen Küche?“
„Ich bin mir sicher ich werden andere Fettnäpfchen finden in die ich treten kann.“
Essstäbchen war so gewöhnlich. Damit konnte sich hier fast jeder blamieren.
Er konnte den kulturellen Zwiespalt den sie beschrieb durchaus nachvollziehen. Auch viele der traditionellen Stammesgerichte waren Fischgerichte, weil Fisch der Hauptbestandteil der damaligen Küche war. Was er allerdings nicht nachvollziehen konnte war der moralische Spagat. Fische waren in seinen Augen genauso schützenswertes tierisches Leben wie jedes andere. Und mittlerweile war ein Großteil der Welt nicht länger auf Tiere als Nahrungsmittel angewiesen.
„Die meisten traditionellen Duwamishgerichte sind auch Fischgerichte. Ich finde allerdings nur weil etwas schon immer so war oder es früher keine Alternative gab muss es nicht beibehalten werden. Vor allem nicht, wenn es vermeidbares Leid verursacht.“
Er versuchte das so unpersönlich wie möglich zu formulieren um Hifumi nicht direkt anzugreifen. Aber seinen Standpunkt klar zu machen war ihm trotzdem wichtig. Kultur, Religion oder Tradition war für ihn kein Argument um mit seinen persönlichen moralischen Grundsätzen zu brechen.
„Nein, keine Unverträglichkeiten. Da bin ich glücklicherweise verschont geblieben.“
Um die schwere die einen Moment im Raum hing nicht zu schwer wiegen zu lassen ging er zu leichtherzigeren Themen über.
„Was ist dein Lieblingsgericht aus der traditionellen japanischen Küche?“
Re: Die Rückkehr an Königin Annes Hof [Liam, Hifumi]
Hifumi wurde ein wenig defensiv.
"Ich lebe nicht allein - wir kochen füreinander. Oder besser gesagt, meistens sind es meine Schwestern die kochen, ich bin in der Küche nicht so gut. Ich habe immer Angst gehabt, wenn ich zu gut kochen kann, werde ich früh von jemandem als gute Hausfrau beansprucht und in die Ehe gedrängt.
Auch wenn ich wollte, kann ich da meine Schwestern schlecht dazu nötigen alles umzustellen, wenn sie die ganze Arbeit machen. Ich habe ihnen in letzter Zeit schon genug zugemutet, mit einer Mitschwester die lieber ein Lotterleben als mädchenliebende Schlampe führt, als normal zu sein."
Von ihren alten Denkmustern hatte sie sich noch nicht ganz frei machen können - auf der einen Seite das normale, das treusorgende und strikt heterosexuelle Eheweib, das stolz auf seine häuslichen Fähigkeiten war. Auf der anderen Seite das abnormale, Lesben wie Hifumi, die nach Sektenmaßstäben als Schlampen lebten und obendrein als OnlyFans-Dirnen arbeiteten. Immerhin hatte sie diese Rolle mittlerweilse für sich akzeptiert, auch wenn sie immer noch unterschwellig als minderwertig darüber dachte.
Ihr Tonfall wurde ein wenig versöhnlicher.
"Mein Lieblingsgericht wäre sogar etwas für dich - Tonkatsu, eines dieser deutschen Schnitzel, mit Panko-Panade, mit einer speziellen Sauce zusammen mit Weißkohl und Reis serviert. Ich weiß nicht wie das Original schmeckt, ich habe noch nie Fleisch probiert. Aber die Varianten, die wir versucht haben, mit Tofu und mit Seitan, die sind richtig gut geworden." Sie hat kurz den Drang, sich an die Stirn zu patschen, aber unterlässt es um nicht abzusaufen. "Sumimasen, mein Fehler, es ist ja Ei an der Panade. Wobei es vielleicht irgendwas gibt, womit man das Ei ersetzen könnte? Ich kenne mich da nicht so gut aus."
Hifumi wurde kurz nachdenklich.
"Wobei ich noch nie die fleischlose Alternative in irgendeinem Restaurant gesehen habe, nur selbstgekocht. In Japan sind Veganer außerhalb besonders strenger Sekten unbekannt, in Amerika passe sich die japanischen Restaurants eher dem fleischliebenden Geschmack der Yankiis an."
"Ich lebe nicht allein - wir kochen füreinander. Oder besser gesagt, meistens sind es meine Schwestern die kochen, ich bin in der Küche nicht so gut. Ich habe immer Angst gehabt, wenn ich zu gut kochen kann, werde ich früh von jemandem als gute Hausfrau beansprucht und in die Ehe gedrängt.
Auch wenn ich wollte, kann ich da meine Schwestern schlecht dazu nötigen alles umzustellen, wenn sie die ganze Arbeit machen. Ich habe ihnen in letzter Zeit schon genug zugemutet, mit einer Mitschwester die lieber ein Lotterleben als mädchenliebende Schlampe führt, als normal zu sein."
Von ihren alten Denkmustern hatte sie sich noch nicht ganz frei machen können - auf der einen Seite das normale, das treusorgende und strikt heterosexuelle Eheweib, das stolz auf seine häuslichen Fähigkeiten war. Auf der anderen Seite das abnormale, Lesben wie Hifumi, die nach Sektenmaßstäben als Schlampen lebten und obendrein als OnlyFans-Dirnen arbeiteten. Immerhin hatte sie diese Rolle mittlerweilse für sich akzeptiert, auch wenn sie immer noch unterschwellig als minderwertig darüber dachte.
Ihr Tonfall wurde ein wenig versöhnlicher.
"Mein Lieblingsgericht wäre sogar etwas für dich - Tonkatsu, eines dieser deutschen Schnitzel, mit Panko-Panade, mit einer speziellen Sauce zusammen mit Weißkohl und Reis serviert. Ich weiß nicht wie das Original schmeckt, ich habe noch nie Fleisch probiert. Aber die Varianten, die wir versucht haben, mit Tofu und mit Seitan, die sind richtig gut geworden." Sie hat kurz den Drang, sich an die Stirn zu patschen, aber unterlässt es um nicht abzusaufen. "Sumimasen, mein Fehler, es ist ja Ei an der Panade. Wobei es vielleicht irgendwas gibt, womit man das Ei ersetzen könnte? Ich kenne mich da nicht so gut aus."
Hifumi wurde kurz nachdenklich.
"Wobei ich noch nie die fleischlose Alternative in irgendeinem Restaurant gesehen habe, nur selbstgekocht. In Japan sind Veganer außerhalb besonders strenger Sekten unbekannt, in Amerika passe sich die japanischen Restaurants eher dem fleischliebenden Geschmack der Yankiis an."
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Re: Die Rückkehr an Königin Annes Hof [Liam, Hifumi]
„Ich verstehe den Gedanken.“
Das tat er wirklich.
„Ich hab mich anfangs auch unwohl gefühlt bei meinen Eltern zu essen, weil ich ihnen nicht die Arbeit aufbürden wollte extra etwas für mich zu kochen. Aber letztendlich war mir meine Entscheidung vegan zu leben zu wichtig um der Sache aus dem Weg zu gehen. Also habe ich versucht das ganze möglichst positiv anzugehen. Ich habe Rezepte vorgeschlagen, war einkaufen, habe in der Küche geholfen. So hatte ich nicht das Gefühl ihnen was aufzudrängen und mein Vater freut sich darüber, dass ich Interesse am Kochen entwickelt habe und dass wir dabei Zeit zusammen verbringen. Auch wenn ich immer noch ne Katastrophe bin.“
Er lächelte schief. Er konnte wirklich nicht besonders gut kochen. Da schien auch Übung nichts dran zu ändern. Vermutlich weil sein Vater das Zepter in der Küche auch nicht wirklich aus der Hand geben konnte und er letztendlich doch meistens die Handreichungsaufgaben oder das Kleinschneiden übernahm.
„Man kann Aquafaba benutzen. Das ist das Kochwasser von Hülsenfrüchten. Oder man arbeitet einfach nur mit Wasser, Mehl und Semmelbröseln. Das geht auch. Oder Tomatenmark, wenn man was kocht wo Tomatengeschmack gut zu passt.“
Das tat er wirklich.
„Ich hab mich anfangs auch unwohl gefühlt bei meinen Eltern zu essen, weil ich ihnen nicht die Arbeit aufbürden wollte extra etwas für mich zu kochen. Aber letztendlich war mir meine Entscheidung vegan zu leben zu wichtig um der Sache aus dem Weg zu gehen. Also habe ich versucht das ganze möglichst positiv anzugehen. Ich habe Rezepte vorgeschlagen, war einkaufen, habe in der Küche geholfen. So hatte ich nicht das Gefühl ihnen was aufzudrängen und mein Vater freut sich darüber, dass ich Interesse am Kochen entwickelt habe und dass wir dabei Zeit zusammen verbringen. Auch wenn ich immer noch ne Katastrophe bin.“
Er lächelte schief. Er konnte wirklich nicht besonders gut kochen. Da schien auch Übung nichts dran zu ändern. Vermutlich weil sein Vater das Zepter in der Küche auch nicht wirklich aus der Hand geben konnte und er letztendlich doch meistens die Handreichungsaufgaben oder das Kleinschneiden übernahm.
„Man kann Aquafaba benutzen. Das ist das Kochwasser von Hülsenfrüchten. Oder man arbeitet einfach nur mit Wasser, Mehl und Semmelbröseln. Das geht auch. Oder Tomatenmark, wenn man was kocht wo Tomatengeschmack gut zu passt.“
Re: Die Rückkehr an Königin Annes Hof [Liam, Hifumi]
"Ich kann das mal meinen Schwestern vorschlagen, das auszuprobieren, mit diesem Aquafaba. Oder mit Tomatenmark. Vielleicht hat Hitomi auch noch ne Idee."
Erklärend erläuterte Hifumi:
"Hitomi ist unsere beste Köchin, und sie würde gerne Konditorin werden. Lieber jedenfalls als Hausfrau."
Verstohlen schaute sie sich um.
"Sie kam auf mich zu, nach meinem Coming-Out. Wahrscheinlich ist sie asexuell, oder aromantisch, oder vielleicht auch beides. Auf jeden Fall irgendwo auf dem Spektrum. Sie hat gedacht, dass mit ihr irgendwas falsch wäre, und hat durch mich erstmals den Mut gefunden, offen mit jemandem darüber zu sprechen. Die Bücher, die du mir damals empfohlen hattest - sie haben auch ihr ein gutes Stück weitergeholfen, denke ich. Genauso wie eine weitere Abnormale wie mich zu kennen, und gesehen zu haben dass nichts schlimmes passiert ist, als ich mich offenbart habe."
Erklärend erläuterte Hifumi:
"Hitomi ist unsere beste Köchin, und sie würde gerne Konditorin werden. Lieber jedenfalls als Hausfrau."
Verstohlen schaute sie sich um.
"Sie kam auf mich zu, nach meinem Coming-Out. Wahrscheinlich ist sie asexuell, oder aromantisch, oder vielleicht auch beides. Auf jeden Fall irgendwo auf dem Spektrum. Sie hat gedacht, dass mit ihr irgendwas falsch wäre, und hat durch mich erstmals den Mut gefunden, offen mit jemandem darüber zu sprechen. Die Bücher, die du mir damals empfohlen hattest - sie haben auch ihr ein gutes Stück weitergeholfen, denke ich. Genauso wie eine weitere Abnormale wie mich zu kennen, und gesehen zu haben dass nichts schlimmes passiert ist, als ich mich offenbart habe."
"Auf jeden Winter wird unweigerlich ein Frühling folgen."
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